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Buchbeschreibungen
aus dem Literaturkreis Kremsmünster
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1)
Benoite Groult - Leben will ich - Roman |
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Im
Schatten zweier dominierender Frauen aufgewachsen, fühlt sich das
schüchterne Kind Louise ständig überfordert. Erst der Einzug der
Amerikaner in Paris verschafft ihr am Ende des Zweiten Weltkrieges die
Gelegenheit, nicht nur den physischen Hunger zu stillen, sondern auch
ihre sexuellen Bedürfnisse auszuleben. Trotzdem fällt sie, kaum dass
sie verheiratet ist, in „typisch frauliche“ Verhaltensmuster
zurück. Erst mit knapp 60 Jahren gelingt es Louise, durch das
Niederschreiben ihrer Lebensgeschichte ihre Vergangenheit aufzuarbeiten
und ein neues Verhältnis zu ihrem Körper und ihrer Sexualität zu
finden.
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2)
Maxi Wander - Guten Morgen, du Schöne - Protokolle nach
Tonbandaufzeichnungen |
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Eines
der Geheimnisse, warum gerade dieses Buch in Ostdeutschland und zum
Longseller und Kultbuch wurde, erfasst Christa Wolf in ihrem Vorwort:
Dies ist ein Buch, dem sich jeder selbst hinzufügt. Beim Lesen schon
beginnt die Selbstbefragung. In den Nächten danach entwerfen viele
Leserinnen, da bin ich sicher (nicht so sicher bin ich mir bei Lesern),
insgeheim ihr Selbstprotokoll - inständige Monologe, die niemand je
aufzeichnen wird. Ermutigt durch die Unerschrockenheit der anderen,
mögen viele Frauen wünschen, es wäre jemand bei ihnen, der ihnen
zuhören wollte: wie Maxi Wander ihren Gesprächspartnerinnen.
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3)
Virginia Woolf - Orlando - Romanbiographie |
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Dieses
1928 erschienene Werk nennt Virginia Woolf bewusst „eine Biographie“.
Sie ist eine Huldigung an ihre Freundin, die Schriftstellerin Victoria
Sackville-West, von Virginia Woolf zärtlich Vita genannt. Im September
und Oktober 1927 schrieb Virginia in ihr Tagebuch: „Eines Tages jedoch
werde ich hier die Umrisse all meiner Freunde skizzieren wie ein großes
historisches Gemälde (...) Vita sollte Orlando sein, ein junger
Adeliger. Eine Biographie, die im Jahr 1500 beginnt und bis zum heutigen
Tag führt, Orlando genannt Vita; nur mit der Umwandlung aus einem
Geschlecht in ein anderes.
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4)
Anna Seghers - Das siebte Kreuz - Roman |
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Dieses
Buch, das kurz vor dem Zweiten Weltkrieg entstand, machte Anna Seghers
weltberühmt. Es wurde ein Buch, das in einer Zeit für Deutschland
sprach, als sonst fast nur mit Abscheu von Deutschland gesprochen wurde.
Die Passion des ungekreuzigten Heisler ist ein Volksbuch, das aus dem
durch Hitler erneuerten Mittelalter herausfinden hilft, wie es die Maler
und Bildschnitzer vor den Bauernkriegen taten. „Wir fühlten alle“,
heißt es am Schluss, „wie tief und furchtbar die äußeren Mächte in
den Menschen hineingreifen können, bis in sein Innerstes, aber wir
fühlten auch, dass es im Innersten etwas gab, das unangreifbar war und
unverletzbar .....“
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5)
Waltraud Anna Mitgutsch - In
fremden Städten - Roman |
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Die
österreichische Schriftstellerin erzählt in ihrem Buch die Geschichte
einer Frau, die nach sechzehnjähriger Ehe ihren Mann und ihre Kinder
verlässt, um dort, so sie geboren und
aufgewachsen
und auch in der Sprache zu Hause ist ein eigenes Leben zu beginnen. Denn
“immer wieder hatte sie vor der Frage der Zugehörigkeit gestanden,
unfähig, sich festzulegen, unfähig sich zu entscheiden, wohin sie nun
gehörte. Ich gehöre dahin, wo ich nicht bin, zu euch nicht. Hier bei
euch bin ich fremd.“ Dieses Gefühl der Ortslosigkeit hatte immer mehr
von ihr Besitz ergriffen. Nun sitzt Lillian im Flugzeug, zwischen Europa
und Amerika - eine zeitlich begrenzte Freiheit, ein Schwebezustand. Aber
während sie zurück- und nach vorn blickt, ahnt sie schon, was sich
bald bestätigen wird: Dass sie nun auch dort, wo sie herkommt eine
Fremde ist.
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6)
Elisabeth Jolley - Späte
Gäste - Roman |
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Edwin
und Cecilia ein etabliertes Paar: Der Alltag, ihr berufliches Engagement
- er ist Professor an der Universität, sie Gynäkologin in der Klinik
-, ihr Freundeskreis, alles ist aufeinander abgestimmt. Seine
Umständlichkeit und Verschrobenheit ergänzen sich bestens mit ihrer
fröhlichen Lebenstüchtigkeit. Als Cecilia für ein Jahr zu einer
Weiterbildung ins Ausland geht, ist dafür gesorgt, dass Edwins Leben
weiter in den gewohnten Bahnen läuft. Aber schon in der ersten Nacht
ihrer Abwesenheit bekommt Edwin unerwarteten Besuch. Die Nachbarn, eine
Witwe und ihre etwa zwanzigjährige Tochter, haben sich ausgesperrt und
bitten um Hilfe. Er lädt sie ein, über Nacht zu bleiben. Bald aber
wird klar, dass die beiden Frauen vorhaben, sich bei ihm
einzuquartieren. Edwins ruhiges, geregeltes Leben gerät zunehmend in
Turbulenzen. Hin- und her gerissen zwischen Entsetzen über den Einbruch
in seine Privatsphäre und seiner wachsenden Leidenschaft für die
Tochter, verliert er zunehmend seine Souveränität. Wie wird er die
späten Gäste wieder los?
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7)
Ödön von Horvath - Jugend
ohne Gott - Erzählung |
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Thomas
Mann und Hermann Hesse haben diese Erzählung schon 1937 empfohlen: „Sie
ist großartig und schneidet quer durch den moralischen Weltzustand von
heute.“ (Hesse an Alfred Kubin) Für Alfred Döblin war Horvaths Buch
„knapp und anschaulich geschrieben“, erzählt über „eine Schule,
eine mehr oder weniger verrohte Jugend, an ihr ein Lehrer, der ein
Gewissen hat, sich verleugnen muss und es schließlich nicht mehr kann.“
Klaus Mann entdeckte in Horvaths Jugend ohne Gott „alle
geheimnisvollen Eigenschaften und Reize der wirklichen Dichtung.“
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8)
Ingeborg Bachmann - Malina -
Roman |
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Malina,
der erste und einzige Roman der Lyrikerin Ingeborg Bachmann, ist das
Buch einer Beschwörung, eines Bekenntnisses, einer Leidenschaft. Malina
ist wohl die denkbar ungewöhnlichste Dreiecksgeschichte: weil zwei der
Beteiligten in Wahrheit eine Person sind, eins sind, und doch jede
Person doppelt ist.
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9)
Felix Mitterer - Abraham - Drama |
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Felix
Mitterer nach Abschluss der Arbeit: „Abraham ist kein Aids-Stück
geworden, sondern ein Stück über eine homosexuelle Liebe, und
darüber, wie ein Mensch mit sich zu kämpfen hat, der an Gott glaubt
und an die Gesetze der Kirche, der seine Veranlagung selbst für eine
Sünde hält. Und es ist ein Stück über die Liebe zwischen Vater und
Sohn.“
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10)
Peter Handke - Die linkshändige Frau - Erzählung |
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Marianne,
30 Jahre alt, und ihr achtjähriger Sohn Stefan warten in ihrem
Bungalowhaus über den Ausläufern einer westdeutschen Großstadt auf
die Rückkehr Brunos, des Mannes und Vaters, von einer mehrmonatigen
Geschäftsreise in Skandinavien. Am Abend holt Marianne Bruno am
Flughafen ab. Er erzählt von seinem Allein- und Fremdsein in Finnland,
von seiner Angst und seiner daraus resultierenden Verbundenheit mit
Marianne und Stefan, einer Verbundenheit „auf Leben und Tod..... und
das Seltsame ist, dass ich sogar ohne euch sein könnte, nachdem ich das
erlebt habe“. Am Morgen darauf gehen sie durch den Park. Plötzlich
hat Marianne eine „seltsame Idee, eine Art Erleuchtung:“ Sie bittet
ihn, von ihr wegzugehen, sie allein zu lassen. Ohne Umstände willigt er
ein, „für immer“ fragt er. Das Alleinsein in der Wohnung macht
Marianne müde. Immer wieder lässt sie die Schallplatte laufen „Eine
linkshändige Frau.“ Nach und nach hören Marianne und Bruno auf, die
Tage zu zählen, die sie allein sind. Die neue Form ihres Daseins
beginnt sie zu schützen und sie zu stärken. Zufällig versammeln sich
die Personen von Mariannes Umkreis noch einmal in ihrem Haus. Diese
Versammlung steigert sich zu einer schmerzhaften Promenade der
Lebensräume aller Anwesenden. Nachdem alle gegangen sind, ist Marianne
froh, sich nicht „verraten“ zu haben und frei sein zu können. Sie
steht wieder am Anfang. |
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11)
Peter Handke - Wunschloses Unglück -Erzählung |
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„Natürlich
ist es ein bisschen unbestimmt, was da über jemand Bestimmten
geschrieben steht, aber nur die von meiner Mutter als einer
möglicherweise einmaligen Hauptperson in einer vielleicht einzigartigen
Geschichte ausdrücklich absehenden Verallgemeinerung können jemanden
außer mich selber betreffen - die bloße Nacherzählung eines
wechselnden Lebenslaufs mit plötzlichem Ende wäre nichts als eine
Zumutung. Ich vergleiche also den allgemeinen Formelvorrat für die
Biographie eines Frauenlebens satzweise mit dem besonderen Leben meiner
Mutter, aus den Übereinstimmungen und Widersprüchlichkeiten ergibt
sich dann die eigentliche Schreibtätigkeit.“ |
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12)
Jorge Amado - Dona Flor und ihre zwei Ehemänner - Roman |
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Dona
Flor die schöne junge Hauptfigur des Romans, versteht sich so
meisterhaft auf Gaumenreize wie Vadinho, ihr erster Liebhaber und
Ehemann, auf Spiel- und Liebesfreuden. Als diesen liebenswerten Tauge-
und Habenichts, Schnorrer und Hochstapler im übermütigen
Taumel des brasilianischen Karnevals ein plötzlicher Tod ereilt,
kann sie sich nur zögernd zu einer zweiten Ehe mit dem Apotheker Dr.
Teodoro Madureira entschließen. Diese ist das Gegenteil der ersten:
dort Zügellosigkeit, Leidenschaft und Boheme, hier Ordnung, Pedanterie,
ein Anstand, hinter dem sich ein Anflug von Langeweile verbirgt. Da
meldet sich, o Wunder, eines Tages der Geist des verstorbenen Vadinhos,
um Dona Flor zum zweiten Male zu verführen. Wie sie das Leben zwischen
zwei Ehemännern meistert, erzählt Jorge Amado mit heiterer Ironie.
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13)
Alfred Döblin - Berlin Alexanderplatz - Roman |
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Die
Geschichte des Transportarbeiters Franz Biberkopf, der aus der
Strafanstalt Berlin-Tegel entlassen, als ehrlicher Mann ins Leben
zurückfinden möchte, ist der erste deutsche Großstadtroman von
literarischem Rang. Das Berlin der zwanziger Jahre ist der Schauplatz
des Geschehens. Aber gleichzeitig wird die Großstadt selbst zum
Gegenspieler des gutmütig-jähzornigen Franz Biberkopf, der diesen
verlockenden, aber auch unerbittlichen Welt zu trotzen versucht. Er
gerät in Abhängigkeit von einem Verbrecher, der ihm seine Geliebte
tötet. Unter Mordverdacht festgenommen, bricht Franz Biberkopf im
Gefängnis zusammen und wird in die Irrenanstalt gebracht. Er entgeht
der Anklage und nimmt - äußerlich und innerlich ramponiert - eine
Stelle als Hilfsportier an. Mit „Berlin Alexanderplatz“ vollzog
Döblin die radikale Abkehr vom bürgerlichen psychologischen Roman.
Hier wurde kein Einzelschicksal analysiert. Das kollektive Geschehen,
das Allgemeine einer menschlichen Situation erfuhr hier eine gültige
dichterische Gestaltung. Der Roman zählt heute neben den Werken von
Joyce, Proust, Musil und Thomas Mann zu den wenigen großen Epen unserer
Epoche. |
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14) Tschingis
Aitmatow - Dshamilja- Roman |
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„Hier,
in diesem hochmütigen Paris, das alles gesehen, alles erlebt hat merke
ich plötzlich, dass mir Werther, Berenice, Antonius und Kleopatra,
Manon Lescaut, die Education sentimentale oder Dominique nichts
bedeuten, weil ich Dshamilja gelesen habe“, Schreibt Louis Aragon in
seinem Vorwort. Im Zentralasiatischen nordöstlichen Kirgisien, irgendwo
im Tal des Kukueuflusses, im Sommer des dritten Kriegsjahres, 1943, hat
sie sich abgespielt, „die schönste Liebesgeschichte der Welt“
(Aragon). Said, der damals Fünfzehnjährige, der nicht wusste, wie
Liebe sich zuträgt, erzählt sie mit großem Erstaunen. |
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15) Richard
Bach - Eins Sein - Eine kosmische Reise |
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Was
wäre, wenn wir uns selbst begegnen könnten - in zwanzig Jahren, vor
Jahrhunderten, in einer fernen Zukunft, oder gar in einer anderen
Dimension? Würden wir unser Leben ändern, wenn wir wüssten, was uns
jenseits von Raum und Zeit erwartet? Richard Bach, Autor des
Weltbestsellers „Die Möwe Jonathan“, hat sich auf faszinierendes
Gedankenspiel eingelassen und erzählt in „Eins Sein“
von
der abenteuerlichsten Reise seines Lebens.
Richard Bach und seine Frau Leslie sind auf dem Weg nach Los Angeles,
doch beim Anflug ihres Privatflugzeuges verschwinden Stadt und
Landschaft unter ihnen, sie gleiten durch ein „Nichts“ und begreifen
erst allmählich, dass die normalen Dimensionen von Raum und Zeit ihre
Gültigkeit verloren haben. Unterwegs zu neuen Realitäten, treffen sie
sich selbst als junge Menschen bei ihrer ersten Begegnung, sehen sich
als altes Paar. Hautnah erleben sie Gewalt und Gefahr, genießen aber
auch innere Ruhe und Gedankenfreiheit. Am Ende dieser bewegenden Reise
stehen die Erkenntnis, dass wir alle Eins sind, mit Vergangenheit und
Zukunft, mit dieser Welt und all ihren Menschen, und dass unser
momentanes Leben nur eine Möglichkeit von
unendlich
vielen ist. |
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16) Oriana
Fallaci - Inschallah - Roman |
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Aus
einem Brief des Professors: „ Ich habe ihn begonnen, Liebste, ich
arbeite an ihm! Jede Nacht schließe ich mich ins Büro ein und arbeite,
arbeite, arbeite: ich befahre die schwierigen Gewässer des so heiß
ersehnten Romans. Ich weiß nicht, in welchen Hafen er mich führen
wird. Auch dem, der ihn schreibt, gibt der Roman nicht gleich seine
zahlreichen Geheimnisse preis, enthüllt er nicht sogleich seine wahre
Identität. Gleich dem Fötus, der noch keine ausgeprägten trägt,
enthält er zu Anfang eine Vielzahl von Möglichkeiten: er hält
unzählige Überraschungen bereit, gute wie böse. Und alles ist
möglich. Auch das Schlimmste. Aber der Körper ist schon ausgebildet,
das Herz schlägt, die Lungen atmen, Nägel und Haare wachsen, im noch
undeutlichen Gesicht erkennst Du klar die Augen, die Nase und den Mund:
ich kann ihn Dir vorstellen. Ich kann Dir sogar sagen, dass die
Geschichte innerhalb von neunzig Tagen, die von einem Sonntag Ende
Oktober bis zu einem Sonntag Ende Januar reichen, der Roman beginnt mit
den Hunden von Beirut, einer Allegorie am Rande der Chronik, er geht aus
von einem zweifachen Massaker, folgt dem Leitfaden einer mathematischen
Gleichung, genauer gesagt der Boltzmannschen Formel S = K ln W, und für
die Entwicklung der Handlung bediene ich mich des hamletischen Knappen
Odysseus. Dessen der die Formel des Lebens sucht.......“
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17) Margriet
de Moor - Erst grau dann weiß dann blau - Roman |
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Robert
hat Magda auf einer Reise durch Kanada kennen gelernt, hat sie zuerst
amüsiert und dann fasziniert mit seiner Besitz ergreifenden
Entschiedenheit. Magda, die nach dem Krieg mit der Mutter nach Kanada
ausgewandert ist, geht mit ihm zurück nach Europa, lebt mit ihm ein
paar Jahre in den Cevennen und schließlich in Holland, lernt die neue
Sprache, übersetzt, findet Freunde. Es geht ihr gut mit Robert, und
dennoch spürt und weiß sie bald, „ dass sich ganz in der Nähe des
Lebens, in dem man zufällig gelandet ist, ein anderes befindet, das man
seelenruhig genauso gut hätte führen können.“ Aber ist diese
Wahrheit zumutbar? Sich selbst und den anderen? Eines Tages ist Magda
verschwunden, einfach nicht mehr da, ohne eine Nachricht zu hinterlassen
weggefahren. Robert hält sich an den Alltagsritualen fest: Arbeit, die
Hunde ausführen, der Garten. Nach zwei Jahren ist sie plötzlich wieder
da: Warum ist sie weggegangen, warum hat sie mir das angetan, warum hat
sie nie darüber gesprochen, sie entzieht sich, sie verheimlicht mir ihr
Leben.
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18) Reinhard
P. Gruber - Einmal Amerika und zurück |
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Beschreibung fehlt. |
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19) Ian
McEwan - Der Zementgarten - Roman |
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Ein
Kindertraum wird Wirklichkeit: Papa ist tot, Mama stirbt und wird, damit
keiner was merkt, einzementiert, und die vier Kinder - zwei Mädchen und
zwei Jungen zwischen 6 und 16 - haben das große Haus in den großen
Ferien für sich. Im Laufe des drückend heißen Sommers kapselt sich
die Gemeinschaft der Kinder mehr und mehr gegen die Außenwelt ab, und
keiner merkt, dass etwas faul ist.
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20) Simone
de Beauvoir - Eine gebrochene Frau -Drei Erzählungen |
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„Ich
habe in diesem Buch drei Frauen sprechen lassen, die sich aus
ausweglosen Situationen mit Worten zu befreien versuchten: Diese
Geschichte hat keine Moral; Lektionen werden nicht erteilt; ich wollte
etwas ganz anderes. Man lebt nur ein Leben, aber durch intensives
Mit-Erleben, Nach-Erleben gelingt es einem manchmal, in die Haut eines
anderen zu schlüpfen. Ich wollte meine Leser an den
Erfahrungen
teilnehmen lassen, die ich auf diese Weise gemacht habe. Ich fühle mich
mit allen Frauen verbunden, die ihr Leben auf sich nehmen und für ein
glückliches Leben kämpfen.“
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21)
Axel Madsen – Jean Paul Satre und Simone de Beauvier - Die
Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe |
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„Madsens
biographischer Bericht bleibt nicht konventionell. Der Autor entdeckt
mit analytischem Scharfsinn die Ansatzpunkte für persönliche
Entwicklungen. Er versteht es also, mit Satres eigenem Konzept der
Situationen zu arbeiten, dessen Essays und Berichte so aufregend gemacht
hatten. Diese Doppelbiographie ist bestes Zeugnis dafür, was Jean Paul
Satre und Simone de Beauvier einander bedeuteten“ (Südwest Presse“).
- Ein vielschichtiges, ungeheuer farbiges Bild dieser beispiellosen
Beziehung, das sich liest wie ein fesselnder Roman“ („Darmstädter
Echo“).
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22) Jean-Paul
Satre - Die Eingeschlossenen von Altona - Drama |
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1959:
Frankreich führt einen gnadenlosen Kolonialkrieg gegen die algerische
Befreiungsbewegung. Dieser Krieg pervertiert eine ganze Generation
junger französischer Soldaten, die zu Komplizen oder Mittätern von
Repressalien, Folterungen und Massakern gemacht werden. Satre will
dieses Problem seinen Landsleuten auf der Bühne vor Augen führen. Doch
er will dies nicht direkt am Beispiel eines französischen Soldaten in
Algerien tun, weil er sich eine aufrüttelndere Wirkung verspricht, wenn
er es „verfremdend“ in ein anderes Land verlegt. Daher sagt er
ihnen: Wir Franzosen befinden uns heute in der gleichen Situation wie
die Nazis, und die Algerier sind uns gegenüber in der Lage wie wir 1940
- 1944 gegenüber der deutschen Besatzung. 1959 Hamburg-Altona: Der Sohn
eines der größten Industriellen Deutschlands hat sich seit seiner
Rückkehr aus Russland, wo er als Schinder von Smolensk bekannt war, in
sein Zimmer eingeschlossen. Dort hält er Verteidigungsreden vor einem
fiktiven Gerichtshof: Entweder alle schuldig oder alle unschuldig! Nicht
ertragen könne er den Wiederaufbau und Wohlstand der
Bundesrepublik.
Wenn Deutschland nicht von den Siegermächten vernichtet werde, sei
alles sinnlos gewesen. Der wahrhafte Versuch dieses Kriegsverbrechens,
mit seiner Schuld zu überleben und vor seiner Verantwortung zu fliehen,
wird zum Schicksal für seine ganze Familie, vor allem für seinen
Vater
der sich schließlich als der Hauptschuldige bekennt. |
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23) Ingrid
Noll - Die Häupter meiner Lieben - Roman |
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Maja
und Cora, die Freundinnen seit sechzehn sind, lassen sich von den
Männern so schnell nicht an Draufgängertum überbieten.
Kavalierinnendelikte und böse Mädchenstreiche sind ebenso von der
Partie wie Mord und Tatschlag. Wehe denen, die ihrem Glück in der
Toskana im Wege stehen!
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24) Viktor
E. Frankl - Das Leiden am sinnlosen Leben - Psychotherapie für heute |
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Das
Leiden an einer tiefen Sinnlosigkeit und lähmenden Leere ist die
Krankheit unserer Zeit. Viktor E. Frankl hat ein therapeutisches Konzept
entwickelt, mit dem er dieses existentielle Vakuum erfolgreich
behandelt. Hier gewährt er einen Einblick in sein Kennen und in seine
Praxis. Der weltbekannte Logotherapeut zeigt an vielen Beispielen, wie
das Leiden am sinnlosen Leben heilbar wird.„ Die Ansichten, die
Professor Frankl in diesem und in seinen anderen Büchern vertritt,
bedeuten den wichtigsten Beitrag auf dem Gebiet der Psychotherapie seit
den Tagen von Freud, Adler und Jung. Und sein Stil ist bei weitem
lesbarer“ (Sir Cyril Burt, Präsident der British Psychological
Society). „Dieser Band ist so dicht, so erfüllt von glühendem
Humanismus, so reich an Dokumentation, und seine kritischen
Stellungnahmen sind so besonnen, dass er minuziös gelesen zu werden
verdient, Seite für Seite“ (Annales medico-psychologiques).
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25) Fjodor
M. Dostojewski - Der Spieler - Roman |
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Im
Sommer 1865 verspielte Dostojewski während eines Aufenthaltes in
Wiesbaden den Vorschuss, den ihm sein Verleger Stellowskij für die
Rechte an einer Ausgabe seiner bisherigen Werke und unter der Bedingung,
dass er bis zum 1. November 1866 einen neuen Roman vorlege, gezahlt
hatte. Unter
dem
Druck dieser Forderung diktierte Dostojewski der Stenographin Anna
Grigorjewna, seiner späteren Frau, den Roman „Der Spieler“, in
dessen Hauptgestalt er sich selbst porträtierte.
In einer fiktiven deutschen Stadt, die den bezeichnenden Namen
Roulettenburg trägt, wartet die Familie eines verschuldeten russischen
Generals auf eine in Aussicht gestellte Erbschaft. Doch statt des
ersehnten Geldes trifft die reiche Moskauer Verwandte persönlich ein
und verspielt ihr gesamtes Vermögen. In dieser verzweifelten Situation
sucht Polina, die Tochter des Generals, Zuflucht bei Alexei, dem
Hauslehrer der Familie, und gesteht ihm , den sie bislang mit
kapriziöser Grausamkeit gequält hat, ihre Liebe. Alexei setzt das
letzte Goldstück ein und gewinnt an einem Abend 100 000 Florinen. Doch
als er zu Polina zurückkehrt, spüren beide, dass er der „Poesie des
Spiels“, das er als Herausforderung des Schicksals und als Lust an der
Selbstzerstörung erlebt und das nun für ihn das wahre Leben bedeutet,,
rettungslos verfallen ist. In diesem 1867 erstmals erschienen Werk
klingen bereits zentrale Motive späterer Romane an: Die Hassliebe, wie
sie Alexei und Polina verbindet, und die Machtgier, die sich am Reichtum
entzündet. |
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26) Leo
Tolstoi - Der Tod des Ivan Iljitsch |
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Mit
der psychologischen Meisterschaft, die seinen großen Romanen nicht
nachsteht, schildert Tolstoi in dieser Erzählung die verborgene
Lebensangst eines äußerlich wohlgeordneten Beamtendaseins und die
Wechselwirkungen zwischen einer erfolgreichen Karriere und einer von
heimlichen Hass vergifteten Ehe. Höhepunkt der Erzählung ist die
Schilderung der letzten Tage dieses Mannes, der - plötzlich sehend
geworden - seine Frau, seine Familie und seine Freunde erkennt und
durchschaut. Der Tod bringt ihm die schmerzliche Einsicht in die
Verlorenheit seines Daseins, aber schließlich doch den Frieden und die
Erlösung.
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27) Hera
Lind - Das Superweib - Roman |
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Eigentlich
ist Franziska Schauspielerin. Doch während ihr kreativer Gatte Wilhelm
Großkötter in der Karibik Dreizehnteiler dreht, sitzt sie mit ihren
kleinen Söhnen Franz und Willi zu Hause herum. Das ändert sich, als
Franziska sich den Ehefrust von der Seele schreibt, das Manuskript auf
Umwegen beim Frauen mit Pfiff-Verlag landet und daraus, wer hätte das
gedacht, ein Bestseller wird. Franziska wird zur Erfolgsautorin Franka
Zis, kauft für sich und ihre beiden Söhnen ein Haus und reicht die
Scheidung ein. Neben dem unheimlich praktischen Anwalt Enno Winkel
treten noch andere interessante Männer in ihr Leben. Da kehrt er Ex-
und -hopp Gatte Großkötter aus der Karibik zurück, um den Roman einer
gewissen Franka Zis zu verfilmen - nicht ahnend, dass es seine Ehe ist,
die er auf Zelluloid bannen möchte ..... So blind sind die Männer! |
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28) Fjodor
M. Dostjewskij - Die Dämonen - Roman |
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Der
Roman „Die Dämonen“ ist eine der machtvollsten, beziehungsreichsten
Schöpfungen Dostojewskijs. Seine Romantechnik erreicht hier in der
Verbindung von packender Handlung mit tiefster philisophisch-religiöser
Thematik ihren Höhepunkt. Ein „Buch des großen Zorns“ hat ein
russischer Kritiker „Die Dämonen genannt. Das ist der Roman
zweifellos in dem heftigen Angriff Dostojewskijs auf die „nihilistische“
Generation der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Wie in Turgenjews
„Väter und Söhne“ steht sich die Welt der Väter und der Söhne
gegenüber. Der Vater Stepan Trofimowitsch Werchowenskij ficht
Dostojewskijs Kampf gegen den Utilitarismus der jungen Generation aus.
Vor seinem, Tod lässt er sich aus dem Lukas-Evangelium die Geschichte
von der Austreibung der Teufel vorlesen, die dem Roman den Titel und
seine religiöse Entschlüsselung gibt. Die Teufel, die Dämonen Russlands,
sind die Handlanger der Zerstörung um der Zerstörung willen, vertreten
durch den Sohn und Mörder aus politischen Motiven, Pjotr
Stepanowitsch, durch die Hauptfigur Nikolaj Stawrogin
und seinen Kreis der Nihilisten. Stawrogin ist ein von Machtgier und
Zerstörungslust Besessener, der ein Leben voller Ausschweifungen und
Grausamkeiten führt und sich schließlich, innerlich gescheitert,
erhängt. War der Ausgangspunkt Dostojewskijs zunächst
weltanschaulicher Natur - der Konflikt zwischen den atheistischen,
westlich orientierten Revolutionären und seiner nationalen,
christlich-orthodoxen Überzeugung -, so wird immer mehr zum
eigentlichen Thema, was der Dichter in einem Brief über den Romanplan
schrieb: „Die Hauptprobleme, durch alle Teile des Romans hin, werden
die gleichen sein, von denen ich bewusst und unbewusst während meines ganzen
Lebens gequält worden bin - die Existenz Gottes.“ |
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29) Elfiede
Jelinek - Die Klavierspielerin - Roman |
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Der
Klavierlehrerin Erika Kohut, von ihrer Mutter zur Pianistin gedrillt,
ist es nicht möglich, aus ihrer Isolation heraus eine sexuelle
Identität zu finden. Unfähig, sich auf das Leben einzulassen, wird sie
zur Voyeurin. Als einer ihrer Schüler mit ihr ein Liebesverhältnis
anstrebt, erfährt sie, dass sie nur noch im Leiden und in der
Bestrafung Lust empfindet.
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30) Erica
Fischer - Aimee & Jaguar - Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943 |
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Berlin
1942, Lilly Wust, 29, Hausfrau und Mutter von vier Söhnen, der Ehemann
Soldat, führt das Leben von Millionen deutscher Frauen. Hausarbeit,
Kindererziehung und ab und zu ein Liebhaber sind ihre Welt. Die
Verfolgung der Juden und der politisch Andersdenkenden scheint sie nicht
wahrzunehmen. Da lernt Lilly Wust die 21jährige Feilice Schragenheim
kennen. Es ist Liebe - fast - auf den ersten Blick. Für Lilly öffnen
sich Abgründe und der Himmel zugleich. Im Frühjahr 1943 zieht Felice
bei Lilly ein. „Aimee & Jaguar“, wie sie einander fortan nennen,
schmieden Zukunftspläne, schreiben sich Gedichte und Liebesbriefe,
schließen einen Ehevertrag, als ob das Chaos um sie herum nichts mit
ihnen zu tun hätte. Als Jaguar Felice ihren Geliebten gesteht, dass sie
Jüdin ist und als „U-Boot“ in Berlin untergetaucht lebt, bindet
dieses Geheimnis die beiden Frauen noch enger aneinander. Lilly lässt
sich scheiden. Doch ihr Glück währt nur etwas mehr als ein Jahr. Am
21. August 1944 kehren Aimee und Jaguar von einem Badeausflug heim - und
werden von der Gestapo erwartet. Felice flüchtet, wird aber von einem
Hausbewohner verraten. Sie tritt den Leidensweg unzähliger jüdischer
Deutschen an. Lilly ist verzweifelt, versucht sogar, ihr ins KZ
Theresienstadt zu folgen. Die letzten Zeilen von Felice erhält Lilly
Anfang 1945 aus dem KZ Groß-Rosen:“ Ich Danke Dir tausendmal für
alles, und denke immer an mich. Die Sachen kann ich so gut gebrauchen,
weil ich doch immer draußen bin, und hier ist schon 15 Grad Kälte. Man
kann ja so viel, man glaubt es gar nicht, auch ohne Teddymantel und
langer Hose. Ich liebe Dich sehr. Dir, den Eltern und den Jungs alles
Liebe. Küsse, Küsse, Küsse vom Jaguar.“ Erica Fischer nahm die
Spuren auf, sprach mit den Menschen, die Felice und Lilly kannten,
verbrachte in Berlin unzählige Stunden im Gespräch mit der heute
80jährigen Lilly, ließ sie sich erinnern, nachdenken, in alten
Dokumenten kramen, trauern. Das Berichtete wird in Erica Fischers
Erzählung zu einem großartigen Zeugnis einer außergewöhnlichen Liebe
in extremer Zeit. |
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31) Toni
Morrison - Teerbaby - Roman |
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Also
wäre das Paradies auf Erden möglich, mit Frieden unter den Menschen,
ob reich, arm, schwarz oder weiß? So scheint es auf der karibischen
Insel, auf die sich der alte Millionär Street mit seiner Frau und dem
schwarzen Butlerehepaar Ondine und Sydney Childs zurückgezogen hat,
besucht von deren wurzellos-weltläufiger Nichte Jadine - bis ein
zerlumpter Fremder in das Idyll einbricht und in allen sorgsam
verborgene, gefährliche Gefühle aufwühlt ....
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32) Franz
Kafka - Brief an den Vater |
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Franz
Kafka hat den „Brief an den Vater“ im Alter von 36 Jahren, fünf
Jahre vor seinem Tode, geschrieben. Er stand damals, im Jahre 1919, auf
der Höhe seines literarischen Schaffens. Um so erstaunlicher erscheint
es, dass Kafka in diesem Zeitpunkt ausgereifter künstlerischer
Produktionsfähigkeit einen solchen „schrecklichen Prozess“ mit
seinem Vater führt in Gestalt eines Riesenbriefes, in dem alle Qualen
seiner Kindheit noch ebenso unbewältigt und beklemmend anwesend sind
wie ehedem. Kein Wunder, dass sich die psychoanalytische Forschung
dieses erstaunlichen „Falles“ Kafka in zahlreichen Abhandlungen und
Büchern annahm und auch das gesamte dichterische Schaffen Kafkas unter
dem Blickpunkt des so genannten „Ödipus-Komplexes“ sah, analysierte
und aufzuhellen suchte, in ihm den Schlüssel zu allen „Rätseln“
und Dunkelheiten dieser Dichtung der Weltliteratur in Händen zu halten
glaubte. |
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33) Doris
Dörri - Bin ich schön? |
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Doris
Dörrie beschreibt bissig und ironisch, zugleich mit liebevoller
Nachsicht Sehnsüchte und Frustration der etablierten und doch seltsam
verloren wirkenden Generation der Nach - Achtundsechziger. So nah an der
seelischen Wirklichkeit, dass ihre Erzählungen dokumentarischen
Charakter gewinnen.
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34) Amelie
Nothomb - Der Professor - Roman |
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Das
Ehepaar Hazel hat sich einen Traum erfüllt: für den friedlichen
Lebensabend das kleine Häuschen auf dem Land, glyzinienumrankt, in
schöner Abgeschiedenheit. Auf Sichtweite nur noch das Häuschen des
einzigen Nachbarn. So sollte ihrem Glück im Verborgenen nun nichts mehr
im Wege stehen - bis zu dem Tag, an dem sich dieser Nachbar zum Kaffee
einlädt. Bis dahin nichts
Ungewöhnliches.
Doch er kommt wieder. Schlag vier steht Palamede Bernardin nun täglich
vor ihrer
Tür.
Und lässt sich weder mit Tricks noch mit deutlichen Hinweisen
abwimmeln. Ein Alptraum beginnt sich einzunisten. Die beiden Alten
fühlen sich in ihrem Häuschen bald wie in einer belagerten Festung.
Emilie Hazel, ehemaliger Lehrer und Altphilologe, ist am Ende seiner
Geduld. Dennoch - gerade ihm, dem die Grundregeln abendländischer
Zivilisiertheit in Fleisch und Blut übergegangen sind, wird schmerzlich
bewusst, dass sich sechsundsechzig Jahre makelloser Höflichkeit nicht
einfach abschütteln lassen. Wirklich nicht? Die Pein, die ihnen der
Störenfried zufügt, erreicht allmählich ihren Höhepunkt.....Ein
frecher, provokanter und erstaunlich abgründiger Roman über eine
Grundplage unserer Zivilisation. |
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35) Peter
Schneider - Paarungen |
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Jede
Art und Abart der Liebe ist wissenschaftlich erforscht und wird
öffentlich debattiert. Und doch herrscht über das Zusammenleben der
Geschlechter größere Ratlosigkeit als je zuvor. Peter Schneider geht
in seinem Roman mit Scharfsinn und Witz der Frage nach, wie jene
Generation, die 1968 radikal mit den Vätern abrechnete, im Berlin vor
dem Fall der Mauer nach einer politischen Identität sucht und wie sie
Chaos der Gefühle mit der Liebe umgeht.
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36) Christa
Wolf - Medea |
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Sie
ist eine der faszinierendsten und zugleich widersprüchlichsten
mythischen Gestalten, von Euripides wurde sie als Kindsmörderin in die
Literatur eingeführt, spätere Jahrhunderte haben sie immer wieder um-
und anders gedeutet: Medea. Heilerin, Priesterin, Liebende,
Eifersüchtige, Verräterin, Intrigantin - Christa Wolf erzählt die
Geschichte jenseits solcher Urteile und Verurteilungen neu, entwirft das
Porträt einer eigenwilligen Frau „zwischen den Zeiten“. Ihre Medea
ist, wie in allen Überlieferungen, die Tochter des Königs von Kolchis
am Schwarzen Meer, dem östlichen Rand der damals bekannten Welt. Sie
kann in ihrer Heimat nicht bleiben und flieht mit Jason, dem Argonauten,
und einer kleinen Schar von Kolchern in das reiche Korinth, in dem
andere Sitten herrschen, andere Werte gelten als im archaischen Kolchis.
Der Roman verfolgt die Geschichte von da an, als sie in Korinth auf die
Spur eines Verbrechens kommt, dem König Kreon die Aufrechterhaltung
seiner Herrschaft verdankt: die junge Königstochter und mögliche
Thronfolgerin Iphonie wurde ermordet. Sechs Stimmen - Medea, Jason sowie
einige ihrer Gegner und Freunde - berichten in Monologen, die sich
wechselseitig ergänzen und weitertreiben, wie das Verbrechen aufgedeckt
wurde und Medea zum Sündenbock gemacht wird. Medea ist in der
eindrücklichen Schilderung Christa Wolfs eine Frau zwischen zwei
Welten, die sich - fremd hier wie dort - zu behaupten versucht. Ihr
Verhalten, so steht zu vermuten, gilt als Provokation der Macht und der
Mächtigen, seit Geschichte überliefert und geschrieben wird. |
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37) Michael
Köhlmeier - Bleib über Nacht |
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Während
des Krieges lernen sich die dreißigjährige Pauline und der sechs Jahre
jüngere Ludwig kennen. Aber Ludwig muss kurz darauf zurück an die
Front, und als die beiden ein halbes Jahr später heiraten, haben sie
viele Briefe gewechselt, jedoch erst wenige Stunden miteinander
verbracht. Für lange Zeit bleibt ihre Verbindung eine Liebe ohne
Vertrautheit, eine Ehe ohne räumliche und körperliche Realität. Nach
dem Krieg ist Ludwig verschollen. Ohne zu zögern oder jemals an ihrer
Wahl zu zweifeln, macht sich Pauline auf die Suche. Sie hat von Anfang
an gefühlt, dass sie beide füreinander bestimmt sind, und sie lässt
sich auf nicht beirren, als sich Ludwig,
den sie endlich in einem österreichischen Dorf aufspürt, seiner Frau
mit verstörter Schroffheit verweigert..... |
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38) Eugene
Ionesco - Die kahle Sängerin - Anti-Stück |
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Ionescos
„Anti- Stück“, bei dem der Zuschauer vergeblich auf das Auftreten
der Titelheldin wartet, während sich die agierenden Personen wie
menschliche Automaten mit hohlen Sprachschablonen attackieren und
Sprache und Wirklichkeit in einem schwindelerregenden Accelerando
zerpulvern, ist der erste radikale Bruch des modernen Theaters mit
seiner aristotelischen Vergangenheit. Die Uraufführung des Einakters im
Jahre 1950 markiert die Geburtsstunde des absurden Theaters.
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39) Javier
Marias - Mein Herz so weiß |
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„Ich
liebe dich, ich würde alles für dich tun. Auch töten. Ich würde
sogar für dich töten.“ Ein leichtfertiger Schwur. Javier Marias
nimmt ihn beim Wort. Teresa und Ranz, eben von der Hochzeitsreise
zurückgekehrt, sitzen mit der Familie der Braut bei Tisch. Unvermutet
steht die junge Frau auf, geht ins Bad und schießt sich ins Herz. Mit
diesem dramatischen Auftakt beginnt Javier Marias raffiniert
inszenierter Roman über Liebe und Ehe, über Treue und Schwüre.
Vierzig Jahre sind nach dem unerklärlichen Selbstmord vergangen. Ranz
hatte kurz darauf wieder geheiratet, und sein Sohn Juan ist es, der dem
Geheimnis nachspürt. Am Ende erfährt er die schreckliche Wahrheit. |
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40) Fay
Weldon - Ehe-Bruch - Roman |
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Als
Spicer sich nach zehnjähriger Ehe ungewohnt schroff von seiner Frau
verabschiedet, hofft Annette noch, eine vorübergehende Irritation sei
der Grund, aber schon bald mehren sich die Anzeichen für ein eheliches
Debakel: Spicer ist offenbar einer Psychotherapeutin in die Fänge
geraten und zieht sich nun immer mehr in sein schmerzendes Ich zurück.
Was Annette auch unternimmt, um eine Wende zum Besseren einzuleiten,
alles kehrt sich gegen sie: Was positiv gemeint war, wird negativ
gedeutet, Zuneigung wird zur Ablehnung, Liebe zu Hass. Annettes
verzweifelter Versuch, den Fluch durch eine Sitzung beim ebenfalls
therapierenden Gatten zu brechen, endet mit einem absurden Satyrspiel.
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41) Thomas
Bernhard - Auslöschung - Ein Zerfall |
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„Auslöschung“
ist der Titel einer Niederschrift, die Franz-Josef Murau in seinem
letzten Lebensjahr in Rom verfasst hat und die Thomas Bernhard
zugänglich macht. Diese Aufzeichnungen waren für Murau unumgänglich
geworden, da ihnen ein Thema im Zentrum steht, das seine Existenz
zerstört hat, nämlich seine Herkunft. Dieser „Herkunftskomplex“
lässt sich mit dem Namen eines Ortes bezeichnen: Wolfsegg. Hier ist
Murau aufgewachsen, hat er den Entschluss gefasst, dass er, will er
sich, seine geistige Existenz retten, Wolfsegg verlassen muss. Obwohl er
deshalb beabsichtigt, Wolfsegg zu meiden, muss er dennoch dorthin
reisen: seine Eltern und sein Bruder sind bei einem Autounfall ums Leben
gekommen. Dieser erneute Wolfsegg-Aufenthalt macht Murau deutlich, dass
er sich von Wolfsegg endgültig lösen muss. Er fasst den Entschluss
über Wolfsegg zu schreiben, und zwar mit dem Ziel, das in diesem
Bericht „Beschriebene auszulöschen, alles auszulöschen, das ich
unter Wolfsegg verstehe, und alles das Wolfsegg ist.“ Das Stilmittel,
das Murau bei dieser Auslöschung verwendet, ist die Übertreibung -
eine Kunst, die auch Thomas Bernhard zur Perfektion entwickelt hat.
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42) Amy
Tan - Töchter des Himmels - Roman |
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Töchter
des Himmels, ist die Geschichte von vier Frauen, die während des
Zweiten Weltkrieges aus Rotchina in die Vereinigten Staaten geflohen
sind, um sich in San Franzisco eine neue Existenz aufzubauen. Und es ist
die Geschichte ihrer vier Töchter, die nicht viel von überkommenden
Pflichten und Traditionen halten. Sie erheben Anspruch auf ein freies
Leben unter westlichem Vorzeichen und können sich doch den Geheimnissen
und der Magie des alten China nicht verschließen.
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43) Donna
Leon - Venezianisches Finale - Roman |
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Skandal
in Venedigs Opernhaus „ La Fenice“: In der Pause vor dem letzen Akt
der „Traviata“ wird der deutsche Stardirigent Helmut Wellauer tot
aufgefunden. In seiner Garderobe riecht es unverkennbar nach
Bittermandel - Zyankali. Ein großer Verlust für die Musikwelt und ein
heikler Fall für Commissario Guido Brunetti. Dessen Ermittlungen
bringen Dinge an den Tag, wonach einige Leute allen Grund gehabt
hätten, den Maestro unter die Erde zu bringen. Der Commissario entdeckt
nach und nach einen wahren Teufelskreis aus Ressentiments, Verworfenheit
und Rache.
Mit ihrem ersten Kriminalroman zeichnet Donna Leon ein intimes Portrait
Venedigs und stellt mit Guido Brunetti einen absolut unwiderstehlichen
Detektiv vor. |
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44) Marlen
Haushofer - Die Tapetentür - Roman |
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„Man
ist nicht blind, wenn man liebt. Man sieht die Fehler des geliebten
Menschen deutlich und fängt damit an, Liebe auf die räudigen Stellen
zu häufen. Aber immer wieder scheint das Übel durch. So geht es nicht.
Man muss anfangen, die Räude selbst zu lieben.“ Annette, eine junge
Bibliothekarin, lebt allein. Sie hat einige Affären, deren immer
gleicher Ablauf sie langweilt. Gleichzeitig wächst in ihr das Gefühl
der Leere und Entfremdung. Es scheint überwunden, als sie den vitalen
Anwalt Gregor kennen lernt, in den sie sich sofort verliebt. Als Annette
schwanger wird, heiraten die beiden, aber in Wirklichkeit wissen sie
nichts voneinander. Annette, die es genossen hat, „mutterseelenallein“
zu sein, ein Wort, das ihr wie „Zucker im Mund“ zerging, wird immer
mehr abhängig von der Geborgenheit und Sicherheit, die Gregor ihr
vermittelt. „Ein unheilvolles - wenn auch unbewusstes - Wissen klingt
in jeder Zeile von Marlen Haushofers faszinierender Schicksalsanalyse
mit ... „Die Tapetentür“ ist die überlegen kluge poetische und
spannungsgeladene Darstellung dieser Seele und ihrer Umwelt:“ |
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45) Susanna
Tamaro - Anima mundi - Roman |
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„Im
Grunde genommen beneidete ich diejenigen, die schon mit einem Schirm in
der Hand geboren wurden. Es regnet, es schneit, es hagelt, und sie
werden immer geschützt, sie legen den Schirm nicht einmal weg, wenn die
Sonne scheint.“ Das denkt sich Walter, der Protagonist von Susanna
Tamaros neuem Roman, der in seinem Elternhaus ohne Geborgenheit
aufwächst. Mit der Zeit jedoch verwandelt sich seine Verletzlichkeit in
Wut auf die Welt, und er verbündet sich mit Andre, der zum Freund und
Weggefährten wird. Kaum volljährig, verlässt Walter seine Stadt im
Norden, zieht in die Welt hinaus, um seinen Platz in ihr zu finden, und
versucht sich in Rom zu bewähren, wo er in der Film und Fernsehwelt
verkehrt. Doch mag er sich nicht mit flittrigem Schein einer genusssüchtigen
und angepassten Gegenwart begnügen. Walter entdeckt auf der Suche nach
Fülle die Literatur: Kapitän Ahab, Marlowe, Raskolnikov und David
Copperfield werden zu seinen Begleitern. Er wird selbst als Künstler
entdeckt und erkundet die Liebe, ja dringt bis zum Wesenskern der Dinge
vor. Einfühlsam zeigt Susanna Tamaro in ihrem modernen
Entwicklungsroman, dass sich, wie schwierig innerer Frieden auch zu
erreichen sein mag, ein Weg zum Herzen finden lässt. Und dass Glück
nur erlangt, wer sich zu geben vermag. |
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46) Norbert
Gstrein - Einer - Erzählung |
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„Einer
ist eines der erstaunlichsten Prosabücher der jüngeren
österreichischen Literaturgeschichte. Seit Peter Handkes „Wunschlosem
Unglück“ ist eine derart dichte, dabei unangestrengte Verflechtung
von Erzählung und
Erzählreflexion nicht gelungen.“
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47) Gerd
Brantenberg - Die Töchter Egalias - Roman |
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Egalia
für alle: Für Neugierige, für Gefrustete und Lachsüchtige, für
Eilige, für Gründliche, für Beide, für Vorsichtige, für Kritische,
für Feministiker und für Superlativisten. |
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48) Anne
Michaelis - Fluchtsücke - Roman |
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Als
Siebenjähriger wird Jakob Ber im Zweiten Weltkrieg aus den Höhlen
einer Ausgrabungsstätte in Polen gerettet. Ein griechischer
Archäologe, Athos, schmuggelt den ausgehungerten kleinen Jungen, dessen
Eltern erschlagen wurden und dessen Schwester verschollen ist, unter
seinem Mantel verborgen mit einem alten Lieferwagen nach Griechenland.
Aber auch Griechenland ist von den Deutschen besetzt, und Athos muss
Jakob in seinem kleinen Haus auf der Insel Zakynthos verstecken. „Dort
lebten wir auf festem Fels, an einem hohen und windigen Ort voller
Licht.“ Jakob lernt langsam die neue Sprache, er lernt Athos
vertrauen. Und Athos, der ihn nicht vor die Tür lassen kann, bringt dem
verstörten, aber klugen Jungen alles bei, was er weiß. In seinem Haus
stapeln sich die Präparate und Felsproben, die Sedimente und Fossilien,
mit denen er als Geologe und Archäologe arbeitet, und er zeigt Jakob in
den engen zwei Räumen des windigen Hauses die ganze Weite der Welt, die
Sternbilder, die frühen Landkarten, Berichte von Antarktisexpeditionen
und die Geheimnisse des Vogelzugs, die Kontinentalverschiebung und die
uralten, unendlich langsamen Prozesse der Geologie. In dieser fernen
Vergangenheit findet Jakob, der die Gegenwart fürchtet und um seine
Familie trauert, ein gewisses Maß an Sicherheit. Als
der Krieg vorüber ist, wird Athos als Professor nach Toronto gerufen,
und die beiden schiffen sich ein in eine neue Welt. Dort, im Kanada der
Nachkriegszeit, findet das Buch sein eigentliches Thema: das einzige,
was Jakobs Verstörung und Furcht besiegen kann, ist die Liebe. Für
diese von Krieg und Verlust gezeichneten Menschen ist die Liebe mehr als
eine tiefe Verbindung zwischen zwei Menschen - sie ist in einer
unendlich grausamen Welt das einzige Überlebensprinzip. Und Jakob
findet diese Liebe in Michaela.
Fluchtstücke ist ein Erstling, aber aus ihm spricht eine Intensität
und eine moralische Intelligenz ohnegleichen. |
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49) Luc
Bondy - Das Fest des Augenblicks - Gespräche mit Georges Banu |
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Luc
Bondy, in Frankreich aufgewachsener Schweizer, ist unter den
europäischen Regisseuren der Meister der Schwerelosigkeit und Grazie.
Ein „Fest des Augenblicks“ nennt er das Theater. Ob bei Marivaux
oder Mozart, Botho Strauß oder Schnitzler, stets spürt er dem nach,
was die Menschen im Innersten, Feinsten bewegt: “desir“. Eine
pädagogische oder programmatische Sendung ist ihm fremd. So ergeben
auch die sechs Dialoge, die er mit dem französischen Theaterdenker
Georges Banu geführt hat, kein System keine Theorie. Luc Bondy versteht
sie selber als „Minidramen“, in denen er sich ständig selber
widerspricht - so wie Theater für ihn Widerspruch, stetiges
Infragestellen ist. Er spricht über seine Methode („Meine Methode,
das bin ich“), über Insenzieren als eine Art des Schreibens, über
seine Liebe zu den Schauspielern, über die Grenzgängerei zwischen der
französischen und der deutschen Kultur, über das Kino und die Oper. Er
polemisiert gegen das Theater des Exzesses, der anarchistischen
Attitüde eine Frank Castorf und bekennt sich zu einem „Theater ohne
Theater“. Zusammen mit kunstvollen kleinen autobiographischen
Erzählungen, die Luc Bondy als Literaten zeigen, entsteht das
Selbstportrait eines mitteleuropäischen Regisseurs des Welttheaters.
Abgerundet wird es von einem Essay von Ivan Nagel, einem Gespräch mit
Dieter Sturm, dem langjährigen Freund und Mentor, und zahlreichen
Zeugnissen, von Gerard Mortier bis Michel Piccoli und Peter Stein.
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50) John
Berger - Auf dem Weg zur Hochzeit - Roman |
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In
Gornio, an der italienischen Küste, wo der Po ins offene Meer mündet,
soll Ninons Hochzeit stattfinden. Jean Ferrero, der Vater der Braut, ein
Eisenbahner, kommt aus Frankreich mit seinem schweren Motorrad über die
Alpen. Zdena, Ninons Mutter, die aus der Tschechoslowakei stammt, reist
von Bratislava mit dem Bus an. Gino, der Bräutigam ist Italiener. Wir
befinden uns im Herzen Europas - an Ninons Schicksal haben Menschen
vieler Nationen Anteil. Ninon weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben
hat. Als sie mit Gino in einem Boot auf dem Po fährt, spürt sie mit
geschlossenen Augen die Strömung, wie „einen Schwall, der
ungeheuerlich steigt und fällt und das Boot und uns darin anhebt. Die
Geduld dieses Schwalls ist das Schlimmste, denn sie sagt mir, dass das,
was uns trägt, flüssig ist, unaufhaltsam und zu groß, um uns
überhaupt zu bemerken“. Gino aber vermag in der Strömung zu
navigieren, und so will er Ninon zeigen, dass sie auch mit der Krankheit
leben kann. An ihrem Hochzeitstag lässt sie sich vom Taumel der
Lebensfreude mitreißen, während die Band immer wieder „Last Friday
Drives Monday Crazy“ spielt. Ninons ekstatischer Tanz wird zu einem
Hymnus auf das Leben, gerade wenn es am meisten bedroht ist.
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51) Jean
- Dominique Bauby - Schmetterling und Taucherglocke |
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Er
war dreiundvierzig Jahre alt, Vater zweier Kinder und ein erfolgreicher
Redakteur, als ihn am 8. Dezember 1995 ein Gehirnschlag ihn all seiner
bisherigen Lebensmöglichkeiten beraubte. Von diesem Tag an blieb er
vollständig gelähmt, unfähig zu sprechen, auch nur ein Glied zu
rühren oder zu schlucken, und seine einzige Möglichkeit sich
verständlich zu machen, war das Blinzeln mit einem Auge. Fünfzehn
Monate später beendete er sein Buch, das er allein mit seinem linken
Augenlid diktiert hatte. Es ist ein einzigartiges Dokument: zu ersten
Mal berichtet ein Opfer des Locked-in-Syndroms, wie die Krankheit in
Fachkreisen heißt, was in einem Menschen vorgeht, der äußerlich zur
Statue erstarrt, doch geistig quicklebendig geblieben ist. Wie einer
sich fühlt, den die Krankheit mitten aus dem aktiven Leben reißt und
den die anderen, so sagt er selbst, nur noch als „Zombie“ oder als
eine Art „Gemüse“ betrachten. „Das Opfer eines Locked-in-Syndroms
ist wie ein Mutant, der sein früheres Selbst abschütteln muss, um
wiedergeboren zu werden“, sagt Bauby in einem Interview kurz vor
seinem Tod zu Eric Orsenna. „Die täglichen Sorgen sind ausgelöscht
und ersetzt durch die einzige Frage, die zählt: kann man im Zustand
vollkommener Verstümmelung Leben?“ Dass und wie er es konnte, hat
Bauby in seinem Buch gezeigt. Die Krankheit hat ihn zu einem
Schriftsteller gemacht, der nicht nur mit bewundernswertem Humor seine
eigene Situation analysiert, sondern die Phantasie und das Schreiben
auch als das beste Antidot begreift. Schmetterling und Taucherglocke ist
ein Akt der Selbstbehauptung des Geistes angesichts der totalen
physischen Niederlage - eine „Reflexion über den Sinn des Lebens“. |
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52) Wolf
Haas - Auferstehung der Toten - Thriller |
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In
Zell, einem österreichischen Skiort, geht es etwas behäbiger zu als im
Rest der Welt. Hier wird man nicht erschossen, sondern tief gefroren. So
ist es einem steinreichen, amerikanischen Ehepaar ergangen, das man an
einem klirrenden Wintermorgen im Sessellift findet. Die Polizei beißt
sich an der Sturheit der Zeller schnell die Zähne aus. Licht in diesen
Fall kann nur ein Mann wir Privatdetektiv Brenner bringen, ein
ehemaliger Polizist, der wegen seiner Nerven zermürbenden Langsamkeit
aus dem Job geekelt wurde. Brenner hat das Gespür für den Rhythmus der
österreichischen Provinz. |
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53) Jostein
Gaarder - Das Leben ist kurz - Vita brevis |
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Was
ist das für ein Brief den Jostein Gaarder in einem Antiquariat in
Buenos Aires entdeckt? Eine Fälschung? Oder eine Enthüllung? Wahr ist,
dass der berühmte Kirchenvater Augustinus, an den der Brief gerichtet
ist, viele Jahre lang eine Frau namens Floria liebte, sogar einen Sohn
mit ihr hatte und ihr dann plötzlich für seine Liebe zu Gott den
Laufpass gab und alle gemeinsamen Gefühle verriet. Wie musste Floria
sich fühlen? Das erzählt der aufgefundene Brief, der ihren Namen als
Absender trägt. Floria fragt Augustinus: Warum ist alles, was zwischen
uns war, plötzlich Sünde in deinen Augen? Warum ist die Frau die, die
verführt, und der Mann nur der Verführte? Warum schließt deine Liebe
zu Gott jede Leidenschaft für eine Frau aus? In ihrer provokanten
Argumentation rüttelt Flora an einer Moral, die den Mann bis heute -
nicht nur in der Kirche - über die Frau erhebt.
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54) Die
Schuld der Liebe - Andreas Gruber |
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Monika
Besse (Sandrine Bonnaire), Dolmetscherin bei der EU in Luxemburg, kommt
nach Wien, weil ihr Vater unter vorerst ungeklärten Umständen tot
aufgefunden wurde. Eigentlich will sie nur die Formalitäten hinter sich
bringen, doch sie ist irritiert, weil sie rasch erkennt, dass sie
eigentlich gar keine Ahnung hat, wer ihr Vater eigentlich war. Und so
begibt sie sich auf die Suche nach seiner - und damit auch ihrer eigenen
- Identität. Sie gerät zwischen zwei Männer, ihren Ehemann Wilhelm
(Hanns Zischler) und einen Kommissar, der den Fall untersucht und sich
im Zuge dessen in sie verliebt. Als sie den Verlust ihres Vaters
akzeptiert, findet sich auch ihre eigene Position im Leben wieder. „Im
Grunde ist es eine Übung in der Aufgabe, Abschied zu nehmen. Es ist
eine private Geschichte, die aber auch politisch wird, weil der Konflikt
zwischen der privaten Person des Vaters und seiner öffentlichen
Funktion ständig spürbar war und ist. Natürlich erzählt man
Geschichten aus der privaten Erfahrung heraus, aber das hat noch nichts
mit der eigenen Biographie zu tun. Ich denke, dass Abschiednehmen und
die Trauerarbeit im Leben oft zu kurz kommen.“ (Andreas Gruber) |
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55) Javier
Marias - Morgen in der Schlacht denk an mich |
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„Niemand
denkt je daran, dass er irgendwann eine Tote in den Armen halten könnte
....“ Aber
genau das passiert Viktor. Es ist sein erstes Rendezvous mit der Frau,
die erste gemeinsame Nacht bei ihr zu Hause. Der Ehemann ist verreist,
das Kind schläft nebenan. Plötzlich wird der Frau übel, und innerhalb
kurzer Zeit ist sie tot. Mit dieser unheimlichen Szene beginnt eine
atemberaubende, dicht erzählte Geschichte über Liebe und Verrat.
Victor, dem diese Nacht wie ein Albtraum nachgeht, beginnt zu
rekonstruieren, was wirklich geschah. |
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56) Gerhard
Roth - Der Plan |
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Konrad
Feldt ist mit Leib und Seele Bibliothekar und lesesüchtig. Als ihm
eines Tages ein gestohlenes wertvolles Autograph Mozarts aus der
Österreichischen Nationalbibliothek in die Hände gerät, gibt er es
nicht zurück, sondern folgt dem verlockenden Angebot eines japanischen
Händlers und reist nach Tokio. Mit der kostbaren Handschrift im Gepäck
muss er sich nun krimineller Nachstellungen erwehren und steht
schließlich gar unter Mordverdacht.
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57) Elisabeth
Reichart - Fotze |
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Der
Vater verlässt das Haus und verbringt sein Leben damit, vier weitere
Häuser zu bauen. Seine Tochter entdeckt an der Bunkermauer das
verbotene Wort für ihr Geschlecht. Erst viel später begreift sie die
Verbindung von Bauwut, Krieg Sexualität und Wortsucht. Sie kehrt in die
fünf Häuser ihrer Kindheit zurück, trifft auf die Mutter, die sich
mit den toten Brüdern in eine Gruft zurückgezogen hat, auf die
Schwestern, in deren naives Geschlechtsleben sie gewaltsam einzudringen
versucht und auf die Erinnerung an den einzigen Mann, mit dem sie eine
lustvolle Sexualität erlebt hat. Seither hat sie das erste Haus nie
mehr betreten. Bevor sie ihren Liebhaber in das fünfte Haus mitnimmt,
hat er ihr mit Wortgewalt die vertraute Sprachlosigkeit genommen: FOTZE,
SCHWANZ, FICKEN, sagt er wie er es immer sagt, aber bei ihr lösen diese
Worte eine Explosion aus, die in der Zerstörung endet: Das fünfte
Haus, das sie bewohnt, wird vom Krieg verwüstet. |
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58) Marlene
Streeruwitz - Verführungen |
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Wien
im Jahr 1989. Helene Gebhardt, geborene Wolffen, ist 30 Jahre alt. Sie
hat früh geheiratet, lebt aber seit zwei Jahren getrennt von ihrem Mann
Gregor, einem Mathematikdozenten, der sie wegen seiner Sekretärin
verlassen hat. Um über die Runden zu kommen, arbeitet sie Bürokraft
ein einer PR-Agentur. Ein Studium der Literatur- und Kunstgeschichte hat
Helene wegen der Kinder abgebrochen. Die Freundschaft mit ihrer
exaltierten Freundin Püppi, die sich in einer ähnlichen Situation
befindet, zerbricht, als Helene das Verhältnis zwischen ihrem Mann und
Püppi entdeckt. Helene hat den Traum von der funktionierenden Beziehung
noch nicht aufgegeben. Der Anspruch, eine perfekte Mutter, Geliebte,
Tochter und gut im Job zu sein, überfordert sie. Helenes Alltag wird
zusehend zu einem Existenzkampf, zu einer Folge von mal harten, mal
banalen, dann wieder von Hoffnung genährten Ausflügen in die Welt der
Männer, die am Ende nur ein Ergebnis haben: Helene muss sich behaupten. |
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59) Wolf
Haas - Ausgebremst |
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Ich
bin kein Mörder. Ich habe den Taxifahrer in reiner Notwehr erwürgt.
Ich sitze zu Unrecht im Hochsicherheitsgefängnis von Stein. Der Fahrer
wollte mich in den Tod chauffieren, weil niemand erfahren soll, warum
ein halbes Dutzend Formel-I-Piloten bei Flugzeugabstürzen sterben
mussten. Keiner soll daran erinnert werden, wie Michael Schumacher in
sein erstes Formel-I-Cockpit kam. Jeder soll glauben, Niki Lauda sei der
echte Niki Lauda. Zwölf Jahre lang blieb die Formel I von Leichen
verschont. Nur wir Fanartikelhändler starben wie die Fliegen. Jetzt
kehrt der Tod auf die Pisten zurück. |
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60) David
Lodge - Therapie |
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Man
könnte meinen, Laurence Passmore habe sich sein Leben recht nett
eingerichtet: Zugegeben, er ist so gut wie kahl, und sein Spitzname „Tubby“
(Dickerchen). Aber seine Villa in Rummidge, sein Job als erfolgreicher
TV-Sitcom-Autor und sein vitales Sexualleben mit seiner langjährigen
Ehefrau Sally machen diese Schönheitsfehler locker wett. Könnte man
meinen. Doch Laurense fehlt ein Stück zum Glück: Zufriedenheit und
Seelenruhe. Zur Pflege seiner seelischen und körperlichen Wehwehchen
geht Tubby montags zur Physiotherapie, dienstags zur kognitiven
Verhaltenstherapie und freitags abwechselnd zur Aromatherapie und
Akupunktur, doch keine der Therapien will so recht anschlagen. Angst,
sagt seine langjährige platonische Liebe, sei der Schlüssel, den er
suchen und zu dem er das passende Schloss finden müsse. Auf seiner
Suche stolpert Laurence über jugendliche Penner, durch Klatschspalten
und verschiedenste Betten und Schlafzimmer auf Teneriffa, in Beverly
Hills, Kopenhagen und Galizien. Sein Heil findet er schließlich bei
Kierkegaard und bei seiner ersten Liebe in Süd-London. |
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61) Harry
Mulisch erzählt eine Harry Mulisch - Zwei Frauen |
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Geschichte,
die Leserinnen und Leser überraschen wird: Die Liebe zwischen zwei
Frauen, die an der Vergangenheit und dem Unverständnis ihrer Umwelt
zerbricht. „Es war Samstagnachmittag, eine matte
Februarsonne schien auf die Stadt. Auf der anderen Straßenseite sah ich
sie vor dem Schaufenster eines Juweliergeschäfts stehen..... Es war,
als ob auf der Straße alles undeutlich geworden wäre und verformt, wie
auf bestimmten Fotos, und nur das Mädchen in der Mitte wäre scharf
geblieben.“ Harry Mulischs Bericht beginnt wie unzählige Liebesromane
zuvor. Doch eines ist anders: Eine Frau erzählt von der Liebe zu einer
Frau. Als Laura der jungen Sylvia begegnet, hat sie bereits eine
gescheiterte Ehe mit einem Theaterkritiker hinter sich, und so erlebt
sie zum ersten Mal, was leidenschaftliche Liebe wirklich bedeutet. Doch
eine unvorhergesehene Wendung scheint geradewegs in die Katastrophe zu
führen: Sylvia verlässt ihre Freundin, um mit deren früheren Mann
zusammenzuleben. |
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62) Donna
Leon - Vendetto |
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Wer
telefoniert von einer Bar aus in Venedigs Industrievorort Mestre mit
Osteuropa, Ecuador und Thailand? Und warum finden sich ein paar der
angewählten Nummern ohne Namen in den Adressbüchern von zwei Männern,
die binnen einer Woche sterben? Fragen, die niemand stellen würde,
wären nicht acht rumänische Frauen verunglückt, die nach Italien
eingeschmuggelt werden sollten. Kurz darauf wird die Leiche eines
Anwalts entdeckt, der in Kreisen einflussreicher Banker und
Industrieller verkehrte. Weitverzweigt sind die Unglücksfälle aber
auch die Connections von Commissario Brunetti: Gerne stehen ihm Tochter
Chiara, Richter Benjamin und die Sekretärin seines Chefs zur Seite,
wenn es darum geht, Machenschaften auf die Schliche zu kommen und
Tätern das Handwerk zu legen, die sich an unschuldigen Opfern
vergreifen.
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63) Jose
Saramago - Das Evangelium nach Jesus Christus |
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Jesus
als „Mensch unter Menschen“ - lebenshungrig und voller Neugierde,
sinnenfroh und genießerisch, manchmal aber auch ängstlich und
unsicher. Jose Saramago gibt in seiner bisweilen skandalösen, stets
aber glaubwürdigen „Heilandsgeschichte“ den bekannten Ereignissen
immer wieder überraschende, phantasievolle neue Wendungen. Er rüttelt
an den Fundamenten unserer Kultur und stellt mit beeindruckender
Radikalität Geschichte, Geschichte, Religion und Legende in Frage.
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64) Berthold
Brecht - Leben des Galilei - Schauspiel |
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Das
Schauspiel „Leben des Galilei“ wurde 1938/39 im Exil Dänemark
geschrieben. Die Zeitungen hatten die Nachricht von der Spaltung des
Uran-Atoms durch den Physiker Otto Hahn und seine Mitarbeiter gebracht.
Die Uraufführung der ersten Fassung des Stückes erfolgte 1943 am
Schauspielhaus Zürich, die der zweiten Fassung 1947 in Beverly Hills (Coronet
Theatre).
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65) Tom
Murphy - Die Verführung der Moral |
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Als
sie in New York die Nachricht vom Tod ihrer Mutter erhält, macht sich
Vera O`Toolo auf zu einem ihrer seltenen Besuche im Heimatstädtchen
Grange in Irland. Dort erfährt Vera, dass sie das Prestigeobjekt der
Familie, das Imperial Hotel von Grange, erben soll. Obwohl sie die
älteste der vier O`Toole Kinder ist, reagieren die Geschwister Tom,
Marcia und Mary Jane mit Bestürzung: ausgerechnet Vera, die sich nie um
die Familie gekümmert hat, geschweige denn um das Hotel - Vera, das
schwarze Schaf der Familie, sie, von der man nicht einmal weiß, wie sie
in den Staaten ihren Lebensunterhalt verdient. Ein Kampf um das Imperial
entbrennt. Tom entlässt das Personal und gibt das Hotel zur
Versteigerung frei. Vera kämpft mit ihren eigenen Waffen und trifft die
ehrenwerte Verwandtschaft empfindlich: Sie verbündet sich mit ihrer
Jugendliebe Finbar, einem Nichtsnutz eines Lumpensammler und persona non
grata in Grange. Als Tom O`Toole seinen Schwager und studierten Juristen
Henry, seiner aristokratischen Lebensweise wegen „Der Grieche“
genannt, zu Rate zieht, erleidet die Fraktion der Rechtschaffenden die
nächste Niederlage: Statt zu vermitteln, paktiert der Grieche mit
Finbar und Vera. Um das Maß voll zu machen, bezieht die illustre Menage
a Trois das verwaiste Hotel. |
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66) Erich
Kästner - Fabian - Die Geschichte eines Moralisten |
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„Fabian,
Jakob, 32 Jahre alt, Beruf wechselnd, zur Zeit Reklamefachmann,
Schaperstraße 17....... Was müssen Sie noch wissen?“ Am Beispiel des
arbeitslosen Germanisten Jakob Fabian beschreibt Erich Kästner bissig
und schonungslos den Niedergang der Weimarer Republik und ihrer
politischen und gesellschaftlichen Ideale. Die Welt steht kopf,
moralische Normen haben ihre Gültigkeit verloren, politische Extreme
befehden einander - und inmitten dieses Durcheinanders steht Fabian, der
Moralist, als Beobachter und studiert das Leben .... „Der Moralist“,
schrieb Kästner in einem späteren Vorwort, „pflegt seiner Epoche
keinen Spiegel, sondern einen Zerrspiegel vorzuhalten. Die Karikatur,
ein legitimes Kunstmittel, ist das Äußerste, was er vermag. Wenn auch
das nichts hilft, dann hilft überhaupt nichts mehr....“ |
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67) Martin
Amanshauser - Erdnussbutter |
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Erdnussbutter
ist ein Sympathie-Indikator: Wer sie liebt, ist in Ordnung, über die
anderen sollte man besser kein Wort verlieren - davon ist Ninette
überzeugt. Zumindest am Anfang. Lange bevor sie in dieser Villa in der
Toskana aufwacht, lange bevor sie den jungen Studenten kennen lernt und
vor allem lange bevor zwei Leichen die Tiefkühltruhe im ersten Stock
bevölkern. Eigentlich hat alles mit den geheimnisvollen Vietnamesen
begonnen, die von Ninette durch die Stadt geführt werden wollen, ohne
irgendein Gebäude von innen zu besichtigen. „Die gehören mit
Sicherheit nicht zur Gruppe der Erdnussbutterliebhaber“, würde
Belenski sagen, aber Belenski sitzt noch in einer WG in Wien, als die
asiatischen Herren in Salzburg auftauchen, und ist vollauf damit
beschäftigt, abgesandelte junge Studenten in Kaffeehäusern aufzulesen
und in einer seiner nicht minder abgesandelten WG’s unterzubringen -
umsonst, oder fast. Denn hin und wieder wird der Neuzugang für allerlei
undurchsichtige Aufträge herangezogen: Irgendwelche Papiere sollen von
A nach B getragen werden, für ein Taschengeld. Dem jungen Studenten
kommt eine derartige Einkommensquelle gerade recht, eine Abwechslung zum
perspektivlosen Herumhängen. Aber dann wird er neugierig, und - was
fast noch schlimmer ist - er verliebt sich in die falsche Frau. Neugier
tötet die Katze.
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68) Tahar
Ben Jelloun - Papa, was ist ein Fremder? |
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Tahar
Ben Jelloun spricht mit seiner zehnjährigen Tochter über Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit und erklärt ihr dabei ein einfachen Worten die
Bedeutung von Kolonialismus, Diskriminierung, Getto, Apartheid,
Antisemitismus oder Völkermord. Entstanden ist ein kindgerechtes
Plädoyer gegen den Hass und für die Achtung vor dem anderen, für das
Ben Jelloun mit dem europäischen Preis der Künstler für den Frieden
und dem Global Tolerance Award der UNO ausgezeichnet wurde.
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69) Markus
Werner - Zündels Abgang |
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Kann
ein Autor erwarten, dass sein Held ernst genommen wird, wenn er diesem
bereits auf den ersten Seiten mir nichts dir nichts einen Zahn aus dem
Mund fallen und ihn wenig später in einer Eisenbahntoilette einen
abgeschnittenen Finger finden lässt? Er kann, wenn es ihm wie Markus
Werner gelingt, das Komische und das Absurde mit der Betrübnis und dem
Bitterernsten so zu verbinden, dass sie spiegelbildlich werden. -
Zündel, der Held, Mitte dreißig, verheiratet, spürt in sich wie eine
schleichende Infektion das Existenzzernagende des Lebensalltags. Gegen
Katastrophen könnte man sich aufbäumen, was aber hilft noch gegen die
kleinen und um so dreisteren Alltags-Attacken, gegen die abgeklärte
Robustheit des Normalen. Als die großen Ferien da sind und ihn nichts
mehr hält, entfernt sich Zündel. Der Versuch einer Reise nach
Griechenland scheitert, ein erneuter Anlauf bringt ihn bis Genua. Was
ihm dort zustößt, ist nur noch für den Leser zum Lachen. Zündel will
nicht mehr und geht ab.
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70) John
Irving - Witwe für ein Jahr |
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Eines
Nachts - sie war vier und schlief in der unteren Koje ihres Stockbetts -
wachte Ruth Cole von leidenschaftlichem Stöhnen auf, das aus dem
Schlafzimmer ihrer Eltern kann. Sie hatte noch nie solche Geräusche
gehört. So beginnt die Geschichte von Ruth Cole, geboren 1954, einer
„schwierigen Frau“, die weder im herkömmlichen Sinne nett noch
eigentlich hübsch ist und die man dennoch nicht vergisst. Wir begegnen
Ruth an drei Wendepunkten ihres Lebens. Zuerst 1958 in Long Island, ist
sie gerade vier Jahre alt. Das zweite Mal treffen wir sie im Herbst 1990
als unverheiratete Schriftstellerin in Frankfurt und Amsterdam; ihre
literarische Karriere verläuft viel erfolgreicher als ihr Privatleben,
das gespickt ist mit „schlimmen Freunden“. Das (Über-) Leben ist
Ruth schwierig genug, doch lieben ist noch schwieriger. Der dritte Teil
spielt im Herbst 1995 in Ruths Geburtshaus auf Long Island. Ruth ist 41,
Witwe und Mutter und verliebt sich zum ersten Mal. |
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71) Norbert
Gstrein - Die englischen Jahre |
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Nordatlantik,
2. Juli 1940. Die Arandora Star, ein ehemaliger Luxusdampfer unter
britischer Flagge, wird auf ihrem Weg nach Neufundland torpediert und
versenkt. An Bord über tausend Internierte, sogenannte feindliche
Ausländer, darunter auch ein Gefangener, dessen Identität unklar ist.
Von diesem Schiffsuntergang erfährt mehr als fünfzig Jahre später
eine junge Frau, als sie die Spur des aus Österreich stammenden
Schriftstellers Gabriel Hirschfelder verfolgt, der in Southend-on-Sea
gestorben ist und vor seinem Tod das Bekenntnis abgelegt hat, er hätte
im Krieg einen Mann umgebracht. Was hat das mit dem geheimnisvollen
Gefangenen zu tun? Bei ihren Nachforschungen, die sie nach London und
Wien führen, beginnt die junge Frau, sich die Lebensbedingungen
während der bedrohlichsten Kriegsmonate in England vergegenwärtigen,
als tagtäglich die Invasion erwartet wurde. Schließlich gelangt sie
auf die Isle of Man, wo damals jüdische Flüchtlinge und
Nazisympathisanten in Internierungslagern zusammengesperrt waren. Dort
findet sich der Schlüssel zu Gabriel Hirschfelders angeblich
verschwundener Autobiographie mit dem Titel „Die englischen Jahre“.
Vielfach gespiegelt erzählt Norbert Gstrein eine Geschichte aus dem
englischen Exil, eine Geschichte von Zugehörigkeit und
Nichtzugehörigkeit, die auch eine Geschichte darüber ist, was am Ende
ein Leben ausmacht und ob es neben den Bildern, die man davon hat,
überhaupt so etwas wie ein wahres Leben gibt. |
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72) Marlene
Streeruwitz - Nachwelt |
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Eigentlich
hätte es eine Liebesreise werden sollen. Die Recherche für die
Biografie über Anna Mahler hätte Margarethe nebenbei gemacht. Aber
dann kommt er nicht mit. Die Stieftochter hat wieder einmal Probleme.
Margarethe fährt allein nach Los Angeles und stürzt sich in die Arbeit
an der Biografie. Sie interviewt die beste Freundin, Ehemänner, Freunde
und Schüler von Anna Mahler. Viele von ihnen sind wie Anna selbst
Emigranten aus der Nazi-Zeit. Doch diese Berichte ergeben kein
Gesamtbild. Margarethe muss herausfinden, dass er ihr unmöglich ist,
diese vielen Erzählungen in eine „wahre“ Geschichte zu verwandeln.
Sie selbst lebt in der Nachwelt, aber die Vergangenheit ragt in ihre
Gegenwart. Die Reise wird zur doppelten Suche nach Wahrheit, nach der
anderen damals und nach der eigenen heute. In der Kulisse von Los
Angeles gerät Margarethe zwischen zwei Zeiten und zwei Sprachen. Fremd
und allein mit Sehnsucht, Liebe, Enttäuschung und der Wucht der
Erinnerung muss sie zusehen, wie die Zerstörung von damals
weiterwirken. Auch in ihr.
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73) Linn
Ullmann - Die Lügnerin |
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Die
Blooms sind eine Familie, die eines Woody-Allen-Films würdig wäre:
jeder einzelne liebenswert, verrückt, leicht schräg - und
unglücklich. Doch im Kampf gegen das Unglücklichsein sind alle
unendlich tapfer und jeder Situation gewachsen: wie Anni, die
Unwiderstehliche, der alle Männer verfallen und die eines Tages selbst
Opfer wird; oder June, die sich als Soldat bezeichnet und nach dem Motto
lebt: Nie zurückschauen, einfach durchstreichen und weitergehen; oder
Tante Selma, die Wut und Boshaftigkeit am Leben halten. Nicht zu
vergessen sind Annis Töchter Julie und Karin: Julie ist stets
unglücklich und verzweifelt - kein Soldat laut Großmutter June; Karin
dagegen versucht mit Hilfe ihrer Lieblingsbeschäftigungen ihr Leben zu
meistern: Geschichten erzählen, Männer verführen und lügen. Doch auf
der Suche nach Liebe scheint keine der Frauen mit der jeweils eigenen
Strategie wirklich glücklich zu werden.
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74) Georg
Büchner- Leonce und Lena - Ein Lustspiel |
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Beschreibung fehlt. |
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75) Patricia
Duncker - James Miranda Barry |
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Patricia
Dunckers neuer Roman erzählt die Lebensgeschichte seiner authentischen
Titelgestalt: James Miranda Barry ist ein Hermaphrodit oder eine Frau,
kein Mann jedenfalls und auf alle Fälle ein Mensch, der sein Leben lang
einen Mann spielt, ohne einer zu sein. Seine drei
„Väter“, hochgestellte Liebhaber der Mutter, schließen in
einer trunkenen Nacht Anfang des 19. Jahrhunderts einen Pakt, die
Talente des bis dahin von Mädchenkleidern umhüllten Kindes nicht zu
vergeuden: Mit Geld, Rang und Namen sorgen sie für eine männliche
Identität des Kindes und lassen den Elfjährigen in Edinburgh Medizin
studieren. Entscheidend für Barrys gesamtes Leben ist aber noch ein
zweiter „Pakt“, den er mit dem gleichaltrigen Mädchen Alice Jones
schließt, einem Kind aus den untersten Klassen: Barry lehrt Alice
lesen. Wie seine Väter ihn befreit haben, so befreit er damit sie von
den ihr auferlegten Grenzen eines - noch dazu armen - Mädchens. Dafür
lehrt die schöne, Wilde Alice den kleinen, rothaarigen Barry erst die
ganze Tragweite ihrer und seiner eigenen Verwandlung begreifen. |
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76) Torero
& Pimenta - Das Land der Papageien |
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Am
22. April des Jahres 1500 ertönt auf dem Schiff des Portugiesen Pedro
Alvares Cabral der Ruf: „Land in Sicht!“ Die Europäer haben
Brasilien entdeckt. Mit an Bord ist Cosme Fernandes aufgrund einer
verbotenen Liebesaffäre auf dem Weg in die Verbannung nach Indien - dem
offiziellen Ziel der Flotte. Er befindet sich nicht gerade in bester
Gesellschaft, denn er muss sich die Kabine mit anderen Verbannten -
lauter zwielichtigen Gestalten - teilen, „deren Vergehen und
Schandtaten ein größeres Buch als die Suma Theologica füllen könnten“:
Begleitet von sechs weiteren Männern wird Cosme an Land gesetzt. Bald
schon lernen sie die paradiesischen Zustände von Terra Papagalli, dem
Land der Papageien, zu schätzen: Sie entledigen sich ihrer Kleidung,
bauen Hütten, suchen sich Frauen und verbringen den größten Teil des
Tages in der Hängematte. Als im Jahre 1531 die Portugiesen bis an die
Zähne bewaffnet wiederkommen, um das Land endgültig für sich in
Anspruch zu nehmen, schlagen sich die sieben Verbannten auf die Seite
der Indios. Und als Cosme auch noch seine große Liebe Lianor
wiedertrifft, die an der Seite eines portugiesischen Konquistadors in
die Neue Welt kommt, hat er einen doppelten Grund, sich gegen die
Eindringlinge zur Wehr zu setzen.... Schelmisch, mit bissiger Ironie und
in einer ganz eigenen Sprache erzählt „Das Land der Papageien“ die
Geschichte einer abenteuerlichen Reise, einer großen Liebe und der
Begegnung der Alten mit der Neuen Welt. |
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77) Elfriede
Kern - Kopfstücke |
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Yolande
hat sich auf einer Almhütte verkrochen, mit einem Loch im Kopf, das ihr
der Bruder mit einer Spitzhacke geschlagen hat. Der Besitzer der Hütte
fühlt sich von Yolandes Loch im Schädel voyeuristisch-erotisch
angezogen, erpresst sie. Sie flieht in Richtung Küste und findet bei
einem pensionierten Anwalt neuerlich Unterkunft. Und auch für ihn ist
ihre Kopfwunde ein Faszinosum: Auf fanatische Weise verfolgt er das
Ziel, sich selbst ein solches Loch in den Schädel zu bohren, galt doch
die Trepanation im Altertum als Weg, sich ein dauerndes Hochgefühl zu
verschaffen. Mit etwas Geld gelingt abermals die Flucht, während der
sie auf die unstete Cora trifft, die geheimnisvolle Opfersäckchen
herstellt und verkauft. Erzählt werden diese abgründigen Geschichten
mit Verve, Raffinesse und einer heiteren Infamie.
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78) Haruki
Murakami - Gefährliche Geliebte |
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Gefährliche
Geliebte ist ein Roman von magischer Kraft, der auf fesselnde Weise vom
Einbruch dämonischer Leidenschaft ins Leben erzählt. Zwei
Jazz-Balladen ziehen sich durch diese Lebensgeschichte, und mit dem
ruhigen Tonfall einer Ballade erzählt Haruki Murakami vom
unwiderstehlichen Sog der Gefühle. Hajime
ist Ende dreißig, nach Jahren der Ziellosigkeit ein erfolgreicher
Jazz-Bar-Besitzer, Ehemann und Vater. Frauen haben sein Leben geprägt.
In der Kindheit Shimamoto, wie er selbst ein egozentrisches Einzelkind.
Mit Shimamoto hört er Schallplatten, hält Händchen und spricht über
die Zukunft. Mit zwölf Jahren verlieren sie sich aus den Augen, um sich
ein Vierteljahrhundert später wieder zu begegnen. Wie eine
Halluzination taucht die Kindergeliebte Shimamoto wieder auf, unfassbar
und geheimnisumwoben. Sie verkörpert für Hajime, was ihm im klugen
Geschäftsleben und zusammen mit der ausgeglichenen Ehefrau Yukiku
abhanden gekommen ist. Shimamoto erscheint immer an regnerischen
Abenden, wie eine Andeutung aus einer fremden Welt. Die Frau mit dem
bezaubernden Lächeln, das verloren geglaubte Seiten anrührt. Hajime
ist bereit, sein bisheriges Leben aufzugeben. |
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79) Urs
Widmer - Der Geliebte der Mutter |
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Als
sie ihn kennen lernt, in den zwanziger Jahren in der Stadt am See, ist
sie jung und schön und reich, er dagegen ein mittelloser, junger Mann,
der nur eines im Kopf hat: Musik. Neue Musik. Ein Orchester gründen,
das Bartok, Krenek oder Prokofjew spielt. All die jungen Komponisten,
die kein Mensch kennt. Am Ende ihres Lebens ist er ein berühmter
Dirigent und der reichste Mann des Landes, und sie ohne Geld und immer
noch und immer mehr von einer Liebe zu ihm umgetrieben, von der weder er
noch sonst jemand etwas weiß. Der Geliebte der Mutter ist die
Geschichte einer stummen, besessenen Leidenschaft, aufgezeichnet von
ihrem Sohn. Es ist der Bericht einer Lebenstragödie, aus einer Distanz
erzählt, in der sich der Schmerz schon fast wieder in Heiterkeit
verwandelt hat. |
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80) Bernhard
Schlink - Der Vorleser |
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Sie
ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er ... und sie wird seine
erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages
ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder.
Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und
bedrängenden Vergangenheit.
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81) Anna Mitgutsch - Haus der Kindheit |
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Die
Fotografie eines Hauses in einer österreichischen Kleinstadt hatte die
Mutter von Max so sehr geliebt, dass sie diese in jeder neuen Wohnung in
New York aufstellte, in jeder weiteren immer ärmlicher werdenden
Station ihres Exils. Zurück wollte sie jedoch nie. Dass ihre Schwester
den Nazis nicht entkommen konnte, hat sie für immer von ihrem Zuhause
abgeschnitten. Und auch Max zieht nichts zurück in die alte Heimat: und
er führt ein ungebundenes Leben. Dennoch bleibt in ihm
eine heimliche Sehnsucht nach Europa wach. Knapp dreißig Jahre nach
Kriegsende reist er zurück nach Österreich, findet dort allerdings
nicht das in den Träumen seiner Mutter immer verlockender gewordene
Haus, sondern trifft auf Beamte, die, unempfindlich gegenüber seiner
jüdischen Familiengeschichte ihn danach fragen, mit welchem Recht er
die Rückgabe seines Besitzes überhaupt fordere. Bis ans Herz
ernüchtert bricht Max seinen ersten Aufenthalt ab und kommt erst Jahre
später wieder zurück. Rätselhaft für ihn selber ist die Sehnsucht
nach dem Ort, an dem seine Mutter für wenige Jahre glücklich war, und
auch bei seinem zweiten Aufenthalt findet er keine Erklärung für
dieses Gefühl. Dafür trifft er einige Menschen wie Spitzer, den alten
Vorsteher der kleinen jüdischen Gemeinde, und eine Frau, die ihn einst
sehr geliebt hatte. Und er stößt auf eine unsichtbare Stadt, die
verborgene Geschichte der Juden, aber in allen diesen Vergangenheiten
kann er auf Dauer nicht leben. Anna Mitgutsch hat einen Roman über
Suchen und Finden geschrieben, eine im höchsten Maß aktuelle
Geschichte der Liebe zu einer Heimat, die nur in der Erinnerung betreten
werden kann. |
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82) Raoul Schrott - Die Wüste Lop Nor |
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Eine poetische
Liebesgeschichte, eine Erinnerung an Länder und Städte: Raoul Schrott
erzählt von einem Mann und drei Frauen, von einem kleinen Ort in der
Wüste und von Reisen auf andere Kontinente. Das Haus liegt auf einem
Hügel. In einem Zimmer stehen ein Eichentisch und eine Truhe voller
Fläschchen mit Sand; in der Fensternische ein Pinienzapfen, ein Cri Cri
und ein Stein. Ein kleines Dorf am Rande der Wüste. Einmal in der Woche
nimmt Raoul Louper den Bus nach Kairo, und dort beginnt das Erzählen
.... Erzählt wird von den Wahlverwandtschaften der Liebe, den Reisen,
die ihn zu Elif, Francesca und Arlette führten, und wieder von ihnen
fort, von den einzelnen Augenblicken und vom Verfließen der Zeit;
Gespräche über „singende Sande“; Treibsand, Küstenstriche und
Wüsten. Und immer wieder kehren seine Gedanken zurück zu den drei
Frauen und zu den Ländern, in denen er
mit ihnen gelebt hat. Raoul Schrott hat eine Geschichte in
hundert und einem Kapitel geschrieben, deren Stränge und
Handlungsfäden alle Elemente einer klassischen Novelle beinhalten
(mit eingeschlossen Wielands Postulat, dass sich eine Novelle nicht im
Dschinnistan der Perser ereignen dürfe) und trotzdem über ihren Rahmen
hinausgehen. Denn wer eigentlich ist es, der erzählt? |
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83) Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben |
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Veronika, die
schwarzhaarige junge Slowenin mit den grünen Augen, träumt von einer
Pianistenkarriere. Doch sie hat ihren Lebenstraum einem ereignislosen
Alltag im Nachkriegs-Ljublana geopfert, ohne Herausforderung, ohne
Risiko, ohne Passion. Eines Morgens beschließt sie, diesem Leben ein
Ende zu machen. Doch die Überdosis Schlaftabletten befördert sie
nicht, wie erhofft, in den Tod, sondern in eine Irrenanstalt. Als sie
erwacht, teilen ihr die Ärzte mit, sie sei herzkrank und habe nur noch
wenige Tage zu leben. Angesichts des Todes lernt Veronika nicht nur zu
überleben, sondern mit allen Fasern zu leben: Binnen weniger Tage
durchmisst sie, umgeben von ihren Mit-Patienten, alle Höhen und Tiefen
des Lebens, beginnt für ihre Zukunft zu kämpfen und verliebt sich zum
ersten Mal. Der Roman knüpft an eine dramatische Zeit in Coelhos
eigenem Leben an, als er zwischen 18 und 20 mehrmals in eine
psychiatrische Anstalt eingeliefert wurde. Mit Veronika beschließt zu
sterben hat Coelho ein wunderbares Buch über Normalität und Anderssein
geschrieben, über die nötige Prise „Verrücktheit“, die es zum
Leben braucht, sowie über den Mut, den eigenen Lebenstraum Wirklichkeit
werden zu lassen. |
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84) Ian McEwan – Liebeswahn |
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Clarissa und Joe sind
glücklich verheiratet, haben es geschafft, ihren Beruf – sie ist
Literaturforscherin, er Wissenschaftsjournalist – mit einem
Privatleben zu vereinen, das liebevoll und nicht ohne Leidenschaft ist.
Der Tag, an dem diese Idylle ihr Ende findet, lässt sich genau
bestimmen: Sie veranstalten ein Picknick im Grünen, als in ihrer Nähe
ein Ballon abstürzt und Joe zu Hilfe eilt. Seine guten Absichten
ändern nichts an dem tödlichen Ausgang des Unfalls, schlimmer noch –
er ist daran zum Teil mit schuld. Wie auch Jed Parry, der zu helfen
versucht hatte und ebenfalls gescheitert war. Nach dem Unfall sind es
nicht allein Schuldgefühle, die Joe plagen, sondern jener Jed Parry,
der sich an ihn heftet und immer mehr in sein Leben eindringt. Parry ist
der festen Überzeugung, Joe zu lieben, mehr als jeder andere Mensch –
er hat einen Liebeswahn entwickelt. Meisterhaft und spannend schildert
Ian McEwan, wie ein Psychopath eine Ehe zu zerstören droht. |
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85) Sandor Marai – Das Vermächtnis der Eszter |
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Am Morgen des Tages, an dem Lajos zurückkehren
soll, geht Eszter in den Garten, um Dahlien zu pflücken, die sie in
Vasen auf der Veranda und im Salon arrangiert. Zwanzig Jahre ist es
her, dass er mit seinem
unverschämten Charme, seiner betörenden, so unberechenbaren Präsenz
die ganze Familie in Bann geschlagen hatte: ihren Bruder Laci, die
Schwester Vilma und am leidenschaftlichsten sie selbst – Eszter. Bis
heute ist Lajos ihre einzige große Liebe geblieben, und bis heute ist
sie unheilbar verletzt darüber, dass er damals spontan Vilma und nicht
sie geheiratet hat. Nun aber taucht er wieder auf, dieser
verführerische Lügner im weißen Leinenanzug, und mit ihm drei
geheimnisvolle Briefe, die eine schreckliche Wahrheit zutage fördern
..... Sandor Marai schickt seine Romanfiguren auf eine Gratwanderung der
Gefühle, bei der Lüge und Versäumnis, Hoffnung und Enttäuschung
fatal nahe beieinander liegen. |
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86) T.C: Boyle – America – Roman |
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Der Zusammenstoß des
Mexikaners Candido mit Delaney Mossbachers wachsgepflegtem Auto ist ein
wortwörtlicher: Candido, auf dem Weg zur Arbeit, rennt Delaney direkt
vor die Haube und wird schwer verletzt. Da die Schuldfrage sich nicht
klären lässt und Candido offenbar kein Englisch kann, drückt Delaney
ihm eine 20-Dollar-Note in die Hand ..... Zwei Welten, die sich fremder
nicht sein könnten: hier America und Candido, illegale Einwanderer aus
Mexiko, dort das Ehepaar Mossbacher – liberale, umwelt und
ernährungsbewusste Angloamerikaner in Los Angeles. Delaney Mossbacher
sieht seine geschützte Welt zunehmend bedroht von dunkelhäutigen,
verdächtigen Gestalten, die überall dort herumlungern, wo er seine
Wanderungen macht. Und jenseits der eleganten Villensiedlung, tief unten
im Topanga Canyon, hausen Candido und America wie die Tiere. Sie
versuchen ihr Glück auf dem illegalen Sklavenmarkt – verfolgt von der
Immigrantenpolizei, vom Hunger, von der Verachtung der Weißen, von der
Bösartigkeit der eigenen Landsleute .....
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87) Elisabeth Vera Rathenböck – Memento
Mori – Roman |
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Drei Schicksale, drei
Frauenbiographien, die dieses Jahrhundert durchmessen und sich auf
eigenartige Weise berühren. Zwei Freundinnen werden durch die
Ereignisse in den dreißiger Jahren getrennt, die eine – sie ist
jüdischer Herkunft – emigriert nach Amerika und wird zur
erfolgreichen Fotografin, die andere bleibt in Europa. Die Tochter der
Emigrantin trifft Jahrzehnte später die alte Freundin ihrer Mutter. In
verschiedenen Rückblenden wird die Stimmung eines Jahrhunderts im
Spiegel von Frauenleben offenbar. Die Tochter, ebenso Fotografin, hat
darüber hinaus den Auftrag der alten Dame übernommen – diese
wünscht sich, dass ihr Tod fotografisch dokumentiert werde. |
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88) Thomas Baum – Inversion – Roman |
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Thomas
Baums erstes Prosawerk ist kein Anfängerwerk. Es zeigt den
gesellschaftlich engagierten Autor, und es zeigt einen Erzähler auf der
Höhe seiner vitalen Sprachkunst. Der Schöpfer der Romanfigur „Jakob
Kern“ verbindet die originelle Frische eines Debütanten mit der
souveränen Reife eines erfahrenen Theater- und Drehbuchautors und hält
die Balance zwischen behutsamer Beobachtung und atemberaubender Spannung
mit der Sicherheit des leidenschaftlichen Geschichtenerzählers. |
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89) Rita
Mae Brown – Schade, dass du nicht tot bist – Roman |
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Kleinstädte sind wie
große Familien: Man lebt sehr nah beieinander, und trotzdem versucht
jeder, seine kleinen Geheimnisse zu bewahren. Crozet/Virginia ist eine
solche Kleinstadt, doch die Geheimnisse ihrer Einwohner sind manchmal
unheimlich. Als ein Mord geschieht, begibt sich die Tigerkatze Mrs.
Murphy auf Spurensuche. „Nicht nur humorvoll und einfühlsam
geschrieben, sondern auch überaus spannend. Ein Krimi-Erstlingswerk,
nicht nur für Tierfreunde unter den Krimi-Liebhabern unbedingt
empfehlenswert.“ |
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90) Anatole Broyard – Verrückt nach Kafka |
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Anatole
Broyard stand als Herausgeber und Kritiker der New York Times über
Jahrzehnte im Mittelpunkt der amerikanischen Literatur. Als er dem
Wunsch nachkam, seine Autobiographie zu schreiben, begab er sich weit
zurück und entwarf das Porträt eines kurzen Zeitabschnittes, der
Periode unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg in Greenwich Village: „
Die Nachkriegstage waren wie ein großes Lächeln in der düsteren
Geschichte der Stadt.“ Hier lagen für ihn der Ausgangspunkt seines
Lebens und die Quelle des modernen Amerikas, in dieser Zeit schien alles
Vorherige und alles Weitere in einem Neuanfang zu verschmelzen. Seine ersten prägenden
Erfahrungen machte Broyard, als er mit der jungen Malerin Sheri Donatti,
die ein Protege von Anais Nin war, zusammenzog. „Sheri verkörperte
all die neuen Trends in Kunst, Sex und Psychose.“ Broyard erzählt die
Geschichte seiner ersten Liebe
zu dieser komplizierten und herausfordernden Frau. Es war die
Zeit, in der sich im Village junge, noch unbekannte Autoren wie Dylan
Thomas, Delmore Swartz und William Gaddies trafen, um die Literatur und
die Sexualität neu zu erfinden. Broyard eröffnete eine Buchhandlung im
Village, denn: „Mir ist klar, dass die Menschen heute immer noch
Bücher lesen, und dass es auch noch Büchernarren gibt, aber was wir
1946 im Village für Bücher empfanden – ich spreche jetzt von mir und
meinen Freunden - , ging über Liebe hinaus. Es war, als hätten wir
nicht gewusst, wo Bücher anfangen und wo sie enden. Bücher waren unser
Wetter, unsere Umwelt, unsere Kleidung. Sie stabilisierten uns, es war
als trügen wir eine schwere Tasche in jeder Hand, Taschen die uns im
Gleichgewicht hielten. Sie verliehen uns Schwerkraft. Wären die Bücher
nicht gewesen, wir wären dem Sex völlig ausgeliefert gewesen." Broyard
beschreibt eine Zeit, in der alles anfing und noch alles möglich war
– mit einer luziden Beobachtungsgabe und stilistischen Klarheit, die
den Leser Satz für Satz erregt und erhellt. |
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91) Isabel Allende – Portrait in Sepia – Roman |
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Als die junge Aurora del
Valle endlich den Schleier zerreißen kann, der über ihrer Herkunft
liegt, hat sie bereits ein bewegtes Leben zwischen San Francisco, dem
Europa der Belle Epoque und Chile hinter sich. Ihre ersten Lebensjahre
jedoch scheinen in tiefes Dunkel getaucht. Aufgewachsen ist sie im so
großzügigen wie pompösen
Haus ihrer Großmutter Paulina del Valle, die sie Besitz ergreifend unter
ihre Fittiche genommen hat, um sie „in die Welt einzuführen.“ Je
mehr aber Aurora von der Welt kennen lernt, um so deutlicher wächst in
ihr das Bedürfnis, aus eigener Kraft zu leben. Eine Kamera, die sie
als Kind geschenkt bekommt, wird ihr nach und nach zur Leidenschaft und
zum Mittel der Suche nach ihrer persönlichen Wahrheit. Was bedeuten die
Albträume, die sie immer wieder heimsuchen? Wer waren ihr Vater, ihre
Mutter, und woher kommen die Laute einer fremden Sprache, an die sie
sich zu erinnern glaubt? Als sie sich eines Tages mit der Untreue des
Mannes konfrontiert sieht, den sie liebt, entschließt sie sich, ihre
verleugnete Vergangenheit zu erforschen – ohne zu ahnen, dass sie sich
in dem Bemühen, dieses Geheimnis aufzuhellen, schließlich in die Welt
verlieben wird. Aurora steht im Mittelpunkt dieses mit großem Atem
erzählten, farbigen Romans. Doch tatsächlich ist es eine ganze Welt
von Schicksalen, die Isabel Allende zu erzählen weiß. Mit Witz und
Temperament greift sie ins pralle, ungeordnete Leben, schildert starke,
eigenwillige Frauen und schillernde Mannsgestalten. Und wieder zeigt
sich ihr Sinn für das vitale Nebeneinander von Lebensernst und Komik. |
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92) Bernhard Schlink – Selbs Mord |
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Selbs könnte sich
allmählich auf den Lebensabend einstellen, findet seine Freundin
Brigitte. Ihr ist der eigenbrötlerische Siebziger immer noch zu unruhig
und unabhängig. Die Freunde gehen in Pension. Die wenigen Aufträge
lohnen des Büro kaum noch – er sieht es selbst. Doch dann hilft er in
einer verschneiten Februarnacht einem liegen gebliebenen Mercedes aus dem
Graben und hat plötzlich einen sonderbaren Auftrag am Hals. Einen
Auftrag, der den Auftraggeber, Erbe einer alteingesessenen Schwetzinger
Privatbank und seit neuem auch Eigentümer einer Bank in Cottbus,
eigentlich nicht interessiert und in den er sich doch immer tiefer
verstrickt. Die Spur des Geldes führt ihn von West nach Ost, von einer
Nachwendeniederlage zu anderen und am Ende zur Frage, ob er sich auf
seine alten Tage nicht übernommen hat. Ein aufregender Kriminalroman
aus der jüngsten deutsch-deutschen Vergangenheit. Und ein nachdenklich
stimmender Roman über das Altern. |
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93) Josef Haslinger – Vaterspiel – Roman |
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Rupert Kramer, genannt
Ratz, ist Sohn eines österreichischen Ministers. Er ist 35 Jahre alt
und das, was man einen Versager nennt. Nächtelang sitzt Ratz vor dem
Computer, um ein abstruses Vatervernichtungsspiel zu entwickeln. Er
hasst seinen korrupten sozialdemokratischen Vater, der seine Familie
wegen einer jungen Frau verlassen hat. Im November 1999 erhält Ratz
einen geheimnisvollen Anruf von Mimi, seiner Jugendliebe. Ratz fliegt
nach New York, ohne zu wissen, was ihn erwartet. Bald ist klar: Er soll
helfen, das Versteck von Mimis Großonkel auszubauen, einem alten Nazi,
der sich im Keller eines unauffälligen Hauses auf Long Island verbirgt.
Anschaulich und fesselnd erzählt Josef Haslinger vom Schicksal dreier
Familien: einer jüdischen Familie, die bei Massakern der Nazis
vernichtet wird, einer litauischen Familie, die sich nach Amerika retten
kann und dort einen grotesken Zusammenhalt bewahrt sowie von Ratz`
eigener Familie, die sich im Wien der neunziger Jahre auf erbärmliche
Weise auflöst. Bestechend genau beleuchtet Haslinger die Verwerfungen
des 20. Jahrhunderts und macht eindringlich spürbar, dass man der
Geschichte nicht entkommen kann. |
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94) Amelie Nothomb – Quecksilber – Roman |
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Man schreibt das Jahr 1923.
Ein alter Mann und eine junge Frau leben auf einer Insel in totaler
Abgeschiedenheit. Fünf Jahre zuvor hat der alte Kapitän das Mädchen
nach einer Bombardierung aus den Trümmern gerettet. Seither ist sie in
seiner Obhut – und in seiner Gewalt. Als die junge Frau von einem
Fieber befallen wird, bestellt der Alte eine Krankenschwester auf die
Insel. Sie soll die Kranke pflegen, unter der Bedingung, dass sie ihr
nichts über ihren Zustand verrät. Andernfalls müsse sie sterben. Die Krankenschwester gehorcht dem Alten. Doch wird sie auch zur
Komplizin des Mädchens. Es beginnt ein Intrigenspiel, das um so
raffinierter ist, als man nicht unterscheiden kann zwischen Gewalt und
Liebe, Betrug und Wahrheit, Illusion und Wirklichkeit. |
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95) Einladung zum Tanz – A. L. Kennedy |
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Eine
Zugfahrt von Glasgow nach London wird für Margaret Hamilton zu einer
Reise in die Vergangenheit. Während die Landschaft an ihr
vorüberzieht, überlässt sie sich ihren Träumen und Erinnerungen: an
die Kindheit ohne Mutter, an den Geruch ihres geliebten Vaters beim
Tanz, an Colin, ihren Verlobten, den sie zurückgelassen hat. Sie muss
nachdenken über ihren Job in einem Glasgower Gemeinschaftszentrum, den
sie gerade verloren hat, weil sie sich auf die Annäherungsversuche
ihres Chefs nicht einlassen wollte; über die chancenlosen Jugendlichen,
denen sie die selbst kaum Hoffnung auf Veränderung hat, Mut machen
sollte; über Colin dessen Liebe sie sucht, auf die sie sich aber nicht
einlassen kann. Denn in der Nähe zu anderen Menschen lauert der
Verlust: Trennung, Tod, ein Adresszettel, den der Wind davonträgt. Das
hoch gelobte Debüt der schottischen Autorin A. L. Kennedy ist ein so
raffinierter wie lakonischer Roman über Sehnsucht und Liebe.
Leichtfüßig und schwebend wie in einem Tanz bewegt sich die
Erzählerin zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Nähe und
Distanz, Traurigkeit, beißender Komik und brutaler Realität. |
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96) Luise Rinser – Mitte des Lebens |
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Als
Luise Rinsers Roman „Mitte des Lebens“ zum ersten Mal erschien,
schrieb „Die Weltwoche“ in Zürich: „Dieser Roman, eine
Liebesgeschichte teils in Tagebuchform, teils direkt erzählt, ist
wahrscheinlich das ausgeformteste und reichste Buch, das die deutsche
Literatur heute besitzt. Es schildert die erfüllungslose Liebe eines um
zwanzig Jahre älteren Mannes, Dr. Stein, Professor der Medizin, zu der
jungen Studentin Nina Buschmann, die im Laufe der Handlung zur Frau
heranwächst.... Das Buch ist viel
mehr als eine bloße Liebesgeschichte, es ist die Summe der Lebens- und
Kunsterfahrungen einer Dichterin, die ihre Zeit durchlitten und
durchfochten hat, um sie nun zu sublimieren, Kindheit
und Tod, Leidenschaft und Leere des Herzens, Künstlertum und
Abstraktion, das ganze Leben schillert reich und vielfältig aus seinen
Seiten.
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97) Christa Wolf – Leibhaftig |
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Wie ausweglos muss die
Krise einer Gesellschaft sein, dass sich ihr Niedergang so in das
Individuum einschreibt. Gleichnishaft scheint der Körper sich gegen
eine Vergiftung wehren zu müssen, deren Ursprung von den Ärzten lange
Zeit vergeblich gesucht wird. Die schwachen Abwehrkräfte der Patientin
unterlaufen alle ihre Maßnahmen. Mit der Psyche verbündet, streikt das
Immunsystem, und die Ursachen dafür liegen nicht allein im Körper, der
nach allen Regeln der ärztlichen Kunst behandelt wird. Die Patientin
entgleitet den Ärzten, wird bedrängt von Szenen aus ihrem früheren
Leben, spürt den Wegen nach, die ihre Gefährten von damals gegangen
sind. Immer wieder schieben sich Fieberphantasien dazwischen. Abgründe
öffnen sich, unterirdische labyrinthische Gänge, in denen die
Geschichte rumort, die sie leibhaftig erfahren hat. Wilde phantastische
Träume treiben sie durch diese unerledigte Vergangenheit und durch ihre
Stadt Berlin. Und immer wieder taucht ein Weggefährte auf, der später
zum Gegner wurde und dessen Leben tragisch endet. Vieles trägt dazu
bei, dass die Kranke in all ihrer Schwäche schließlich den Entschluss
fassen kann zu leben – nicht zuletzt die unverbrüchliche Anwesenheit
des vertrauten Du. |
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98) Martin Suter – Small World |
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Erst sind
es Kleinigkeiten: Konrad Lang, Mitte Sechzig, stellt aus Versehen seine
Brieftasche in den Kühlschrank. Bald vergisst er den Namen der Frau,
die er heiraten will. Je mehr Neugedächtnis ihm die Krankheit –
Alzheimer – raubt, desto stärker kommen früheste Erinnerungen auf.
Und das beunruhigt eine millionenschwere alte Dame, mit der Konrad seit
seiner Kindheit auf die ungewöhnlichste Art verbunden ist.
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99) Lilian Faschinger – Magdalena
Sünderin |
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Eine
junge Frau mit langen roten Haaren entführt mitten aus der Messe einen
katholischen Priester, verschleppt ihn auf ihrem Motorrad irgendwohin in
die freie Natur, fesselt ihn an einen Baum und zwingt ihn ihre Beichte
anzuhören. Von sieben Liebhabern und deren traurigem Ende durch ihre
Hand erzählt sie. Denn Magdalena ist zwar eine großzügige,
liebesfähige Frau, aber sie gerät allzu leicht in die Schlingen
männlicher Überheblichkeit und bürgerlicher Zwänge. Wenn sich diese
Schlingen dann unentwirrbar verknotet haben (was leider unweigerlich
jedes Mal passiert), schneidet sie sie eben durch ...... Dem Priester
sträuben sich die Haare beim Zuhören. Anfangs noch fest entschlossen,
sein Martyrium mit christlicher Demut und Stärke zu ertragen, wird er
bald von ungewohnten Regungen durchströmt ..... |
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100) Ildiko von Kürthy –
Mondscheintarif |
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Sie
findet sich nicht schwierig, sondern interessant. Ihre beste Freundin
hat die größeren Brüste – und ist trotzdem ihre beste Freundin.
Cora Hübsch ist 33. Alt genug, um zu wissen, dass man einen Mann
NIEMALS nach dem ersten Sex anrufen darf. Also tut sie das, was eine
Frau tun muss: Sie wartet. Auf seinen Anruf. Stundenlang. Bis sich ihr
Leben verändert. Zum Mondscheintarif.
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